Reisekonzerne
Tui behält höheren Hapag-Anteil

Der Tui-Aufsichtsrat hat einer größeren Beteiligung des Reisekonzerns an der Traditionsreederei Hapag-Lloyd zugestimmt. TUI wird beim Verkauf seiner Tochtergesellschaft Hapag-Lloyd 43,3 Prozent behalten, statt wie ursprünglich geplant 33,3 Prozent.

HB HANNOVER. Der Konzern ist bereit, der Reederei zusätzliche Kredite mit einem Gesamtvolumen von bis zu einer Milliarde Euro zur Verfügung zu stellen. Der Verkauf soll bis zum 22. März abgeschlossen werden.

Tui hatte im vergangenen März den Verkauf der Reederei-Tochter Hapag-Lloyd beschlossen und im Oktober dem Hamburger Bieterkonsortium Albert Ballin um den Logistikunternehmer Michael Kühne den Zuschlag erteilt. Es wurde vereinbart, dass die Investorengruppe zwei Drittel an der Reederei übernimmt und Tui die verbliebenen 33 Prozent mindestens bis 2012 hält.

Infolge der Finanzmarktkrise und verschlechterter Bedingungen in der Containerschifffahrt bekam das Konsortium finanzielle Probleme. Damit der Verkauf überhaupt zustande kommen konnte, musste Tui den Bietern entgegenkommen und zehn Prozent mehr halten.

Der Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne erwägt, langfristig doch einen höheren Anteil an der Reederei Hapag-Lloyd zu erwerben. "Im Augenblick muss man erstmal die Luft anhalten und abwarten und dann Maßnahmen ergreifen, um Hapag-Lloyd auszubauen. Dann wird Hapag-Lloyd ein sehr wertvolles Unternehmen werden, und dann werde ich mir auch überlegen, meinen Anteil aufzustocken", sagte er am Freitag.

"Das wird wahrscheinlich eher in drei als in zwei Jahren so sein." Anders als zunächst vorgesehen übernimmt Kühne keine Sperrminorität von gut 25 Prozent an der Gesellschaft, an die Tui im März ihre Reederei überträgt, sondern nur rund 15 Prozent. Der Touristikkonzern bekommt nun 43 statt der bislang geplanten 33 Prozent.

"Ich hätte mich sonst verschulden müssen. Jetzt muss ich das nicht mehr", sagte Kühne zu den Motiven für seinen Teilrückzug. "Ich investiere 316 Mio. Euro. Das ist ein Großteil meines persönlichen Barvermögens", fügte er hinzu. "Als ich mich vor einem halben Jahr entschlossen hatte, über 500 Mio. Euro zu investieren, da sah die Welt noch anders aus."

Kühne sieht Hapag-Lloyd auch weiterhin als Käufer von Rivalen. "Der Trend geht zur Konzentration. Es kann immer sein, dass Hapag einen Mitwettbewerber übernehmen wird in Zukunft - oder mehrere kleinere."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%