Reisen in wichtige Zielländer sollen nicht teurer werden
Rekordölpreis: Neckermann setzt auf billigere Hotels

Im Kampf gegen die steigenden Kerosinpreise dreht der Reiseveranstalter Neckermann bei den Hotels an der Kostenschraube. In der nächsten Wintersaison sollen verstärkt preiswerte 4-Sterne-Hotels angeboten werden. Für einige Herbergen dürfte das massive Folgen haben.

HB FRANKFURT. Hotels "mit überzogenen Preisvorstellungen" würden aus den Katalogen entfernt, sagte der Deutschlandchef von Thomas Cook, Peter Fankhauser, jetzt in Frankfurt.

In wichtigen Zielländern wie Spanien, Tunesien und Mexiko solle der Preis damit konstant gehalten werden, in anderen Ländern sei mit "moderaten" Preisanhebungen zu rechnen, sagte Fankhauser. Das Reisen müsse erschwinglich bleiben. Der Ölpreis war zuletzt auf mehr als 140 Dollar je Barrel (159 Liter) gestiegen, was vor allem die Flugpreise steigen lässt. Zum deutsch-britischen Thomas-Cook-Konzern gehört neben dem Reiseveranstalter Neckerman auch der Ferienflieger Condor.

Fankhauser verwies darauf, dass die Preise für Urlaubsreisen nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes seit Beginn der Messreihe 1991 um etwa 26 Prozent gestiegen seien. Das liege deutlich unter der Inflation, die in der gleichen Zeit für rund 37 Prozent Teuerung sorgte. "Die Kosten für den Urlaub sind also unterproportional gestiegen", sagte Fankhauser. Vor allem das Fliegen sei in den vergangenen Jahren durch Billigflieger immer preiswerter geworden.

Die in den vergangenen Jahren unter anderem durch das Internet unter Druck gekommene Pauschalreise wird nach Einschätzung von Fankhauser auch wegen der Preissteigerungen wieder an Bedeutung zunehmen. Große Veranstalter könnten dank eines großen Volumens Preissteigerungen auffangen und abmildern. Zugleich hatte der Konzern sein Angebot verstärkt individualisiert, so dass Kunden sich die einzelnen Bausteine einer Pauschalreise auch selbst auswählen können. Dieses Konzept sei "sehr gut angelaufen", sagte Fankhauser.

Nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes ziehen die Preise für Pauschalreisen und für die Miete von Ferienwohnungen in Deutschland zu Beginn der Sommerferien wieder deutlich an. Nach einer Auswertung der Kataloge deutscher Reiseveranstalter ermittelte das Amt im Juni 2008 eine Verteuerung der Preise für Pauschalreisen gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 2,7 Prozent. Für die Miete einer Ferienwohnung in Deutschland zahlten Urlauber im Durchschnitt demnach sogar 5,1 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.

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