Reiseportal Booking.com im Visier der Schweizer Preiswächter

Booking.com droht Ärger in der Schweiz: Der eidgenössische Preisüberwacher hat ein Verfahren gegen das Buchungsportal eingeleitet, weil es zu hohe Vermittlungsgebühren von Hoteliers verlangen soll. Booking widerspricht.
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Verfahren gegen Booking.com: Eine Behörde in der Schweiz glaubt, dass das Unternehmen seine Marktmacht ausnutzt, um überhöhte Preise zu verlangen. Quelle: dpa
Ärger für Booking.com

Verfahren gegen Booking.com: Eine Behörde in der Schweiz glaubt, dass das Unternehmen seine Marktmacht ausnutzt, um überhöhte Preise zu verlangen.

(Foto: dpa)

ZürichWer eine Übernachtung bucht, macht das zunehmend übers Internet – und davon profitiert oft Booking.com: Längst ist aus dem 1996 gegründeten Amsterdamer Startup ein E-Commerce-Riese geworden. Täglich werden dort rund 1,5 Millionen Übernachtungen gebucht. Doch der Erfolg von Booking.com kommt nicht überall gut an: Verbraucherschützer warnen vor einem globalen Monopol.

Jetzt hat der Schweizer Preisüberwacher Stefan Meierhans ein Verfahren gegen das Unternehmen eingeleitet. Er will Hinweise auf Preismissbrauch bei den Kommissionen gefunden haben, die Booking.com in der Schweiz verlangt. Schlimmstenfalls könnte seine Behörde das Unternehmen dazu verdonnern, niedrigere Vermittlungsgebühren zu verlangen.

Derzeit soll die Plattform in der Schweiz im Durchschnitt eine Kommission von etwa 13 Prozent des vermittelten Umsatzes verlangen. Die Behörde soll eine Senkung der Kommissionen auf acht bis neun Prozent vorgeschlagen haben.

Die Suche nach einer einvernehmlichen Lösung mit Booking.com sei gescheitert, teilte der Preisüberwacher am Dienstag mit. „Booking.com zeigte kein Interesse an der Gesprächsaufnahme zur Erzielung einer gemeinsamen Lösung und wollte sich mit dem Preisüberwacher nicht an den Verhandlungstisch setzen“.

Booking.com hält dagegen: „Von Diskussionsverweigerung kann keine Rede sein“, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens. Dort verweist man auf ein Treffen, das am 13. Juni mit Vertretern der Behörde in Bern stattgefunden haben soll. „Dem Preisüberwacher liegen seit langem alle nötigen Daten und Fakten vor.“ Der Anbieter hält die Preise im Vergleich mit anderen Ländern für angemessen – und denkt nicht daran, sie zu senken. Stattdessen wolle man die nächsten Schritte abwarten und hoffe, dass die Behörde nicht einschreitet.

Das sind die besten Buchungsportale für Ihren Urlaub
Platz 20
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Amoma.com wirkt auf den ersten Blick sehr übersichtlich, bietet eine Supporthotline direkt auf der Startseite an, ermöglicht Gruppenreservierungen und einfache Währungsumrechnungen. Dennoch landet das Portal in der Studie auf dem letzten Platz, da es hier die teuersten Preise gibt. Das Skurrile ist: Amoma.com bietet anderswo die niedrigsten Preise. Doch neben Superschnäppchen gibt es Angebote, die dreimal so teuer sind wie die auf anderen Portalen. Die Zimmerbezeichnungen sind willkürlich und stimmen selten mit denen des Hotels überein. Hoteldetails und Bilder sind beim Schlusslicht Mangelware.

Platz 19
2 von 20

Die Suchmaske von Tui.com ist gut gestaltet. Doch der Anbieter gehört zu den teuersten der untersuchten Portale. Darüber hinaus ist nur die Nutzung der hauseigenen Tui-Kreditkarte kostenfrei. Möchte man eine andere Kreditkarte für die Bezahlung einsetzen, wird ein Aufpreis fällig. Ihn kann man nur durch die Auswahl des Lastschriftverfahrens als Zahlungsmethode umgehen.

Platz 18
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Zu den schlechteren Portalen gehört zudem die unübersichtliche Seite von Hotelsclick.com. Viel Werbung, fehlende Filteroptionen und die altmodische Darstellung lassen keine bessere Bewertung zu.

Platz 17
4 von 20

Ähnlich sieht es auch bei Otel.com aus, das auf Platz 17 gelandet ist. Ein weiterer großer Minuspunkt hier ist, dass erst nach Eingabe der Kreditkartendaten ersichtlich wird, wieviel die Nutzung des Zahlungsmittel kostet.

Platz 16
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Hoteltravel.com bietet keine ausreichenden Informationen zu den gewählten Hotels, zudem besteht großer Nachholbedarf bei den Such- und Filterfunktionen.

Platz 15
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Mit Ab-in-den-urlaub.de bietet Kurz-mal-weg.de die drittbesten Preise in der Untersuchung. Dennoch reicht es nur für Platz 15. Es ist Vorsicht geboten. Das Portal gehört zur insolventen Leipziger Unister-Gruppe, die kürzlich vom tschechischen Investor Rockaway übernommen worden ist. Die Zukunft der Portale ist weiterhin ungewiss. Negative Punkte fallen belastend ins Gewicht, darunter die viele Werbung, die unübersichtliche Darstellung und die umständliche Eingabe der Reisedaten.

Platz 14
7 von 20

RoomsXXL.de hingegen landet bei den meisten Kategorien auf einem der letzten Plätze. Die gute dritte Position im Bereich „Zahlungsmittel“ rettet das Portal aber schließlich doch noch etwas nach vorne.

Doch das ist alles andere als ausgemacht. Normalerweise findet Behördenleiter Meierhans, der in der Schweiz als „Monsieur Prix“ bekannt ist, eine einvernehmliche Lösung mit den Unternehmen. Doch jetzt geht der Preisüberwacher auf Konfrontationskurs. Im Extremfall kann er dem Unternehmen niedrigere Preise diktieren.

Buchungsplattformen wie Booking.com gewinnen auch in der Schweiz an Bedeutung: Im vergangenen Jahr wurden mehr als 27 Prozent aller Übernachtungen über Online-Plattformen vermittelt. Das zeigt eine Studie des Instituts für Tourismus der Fachhochschule Westschweiz Wallis. Auf die drei führenden Anbieter – Booking.com, Expedia und HRS – entfallen demnach 93 Prozent des Online-Geschäfts.

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