"Reiseunternehmen nicht vor Bankrott"
MyTravel verbucht Milliarden-Verlust

Das britische Reiseunternehmen MyTravel rechnet nach einem Milliarden-Verlust im abgelaufenen Geschäftsjahr 2002/03 bereits im laufenden Geschäftsjahr 2003/04 mit „signifikanten“ Verbesserungen. Der Konzern versicherte seinen Kunden zudem, nicht vor dem Bankrott zu stehen.

HB LONDON. Im abgelaufenen Geschäftsjahr (zum 30. September) verzeichnete die ehemalige Airtours nach eigenen Angaben vom Donnerstag einen Verlust von mehr als 910 Mill. Pfund (1,3 Mrd Euro) nach einem Fehlbetrag von 72,8 Mill. Pfund im Jahr davor. Analysten hatten ein deutlich geringeres Minus von 300 bis 600 Mill. Pfund erwartet. Ohne Sonderposten ergab sich ein Verlust von 358 Mill. Pfund (515 Mio Euro). Der Umsatz sank von 4,4 Mrd. auf 4,23 Mrd. Pfund.

Schon bei der Rückschau auf das Geschäftsjahr 2001/2002 hatte der zweitgrößte europäische Reisekonzern vom „schlechtesten Jahr unserer Geschichte“ gesprochen. Diesmal sagte Vorstandschef Peter McHugh: „2003 ist ein äußerst armseliges Jahr für MyTravel gewesen.“ Die Unternehmensführung habe die Kosten für die nötige Umstrukturierung in Großbritannien „deutlich unterschätzt“. Im nächsten Jahr werde das Ergebnis aber besser ausfallen, und 2005 wolle man wieder Gewinn machen.

Die Aktie ist von 283,5 Pence im vergangenen Jahr auf neun Pence gesunken. Der Börsenwert beträgt nur noch 44,5 Mill. Pfund. McHugh versicherte jedoch: „Es besteht kein Risiko, dass wir jetzt jeden Augenblick untergehen.“ Wer buche, könne absolut sicher sein, dass er auch reisen könne.

MyTravel hatte nach eigenen Angaben unter zurückgegangenen Buchungen wegen des Irak-Kriegs zu leiden. Für Negativ-Schlagzeilen sorgten Unregelmäßigkeiten in der Buchführung und mehrere Gewinnwarnungen. Der Vorstand reagierte auf die Krise unter anderem mit dem Verkauf zahlreicher Tochterunternehmen wie der deutschen Frosch Touristik und der Streichung von 2000 Stellen.

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