Reiseveranstalter
Thomas Cook schwächelt wegen Türkei-Krise

Das schwache Türkei-Geschäft belastet den Gewinn von Thomas Cook – und die konzerneigene Fluglinie Condor macht Verluste. Doch der Kursverlust des britischen Pfunds nach dem Brexit verhindert Schlimmeres.
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London-

Die Krise in der Türkei hat Europas zweitgrößten Reiseveranstalter Thomas Cook im vergangenen Geschäftsjahr ausgebremst. In den zwölf Monaten bis Ende September stand unter dem Strich ein Überschuss von neun Millionen britischen Pfund (10,6 Millionen Euro) und damit knapp halb so viel wie ein Jahr zuvor. Das teilte der Tui-Rivale mit Marken wie Neckermann Reisen und Öger Tours am Mittwoch in London mit. Während das gesamte Tagesgeschäft dank Rekordergebnissen in Großbritannien und Nordeuropa nur etwas weniger abwarf, sackte die konzerneigene deutsche Fluglinie Condor in die roten Zahlen. Durch eine Ausrichtung auf Langstreckenflüge soll sie wieder auf Linie gebracht werden.

Insgesamt meldete Thomas Cook für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Umsatz von 7,8 Milliarden Pfund, etwa so viel wie ein Jahr zuvor. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn sank von 310 Millionen auf 308 Millionen Pfund, lag damit aber über der im Juli gesenkten Prognose des Vorstands und den Erwartungen der Analysten. Thomas-Cook-Aktien zogen fast sieben Prozent an. Die Anteilseigner sollen nun mit 0,5 Pence je Aktie die erste Dividende seit fünf Jahren erhalten.

Thomas Cook ist unter anderem mit der Marke Öger Tours stark im Türkei-Geschäft vertreten. Wegen des herben Buchungseinbruchs nach Terroranschlägen hatten viele Veranstalter ihr Geschäft in andere Länder wie Spanien verlagert. Dass der Gewinn nicht stärker einbrach, verdankte Thomas Cook dem Kursverfall des Pfunds nach dem Brexit-Votum. Für die etwa in Deutschland in Euro erzielten Einnahmen bekam das Unternehmen seit Ende Juni deutlich mehr Pfund heraus als ein Jahr zuvor.

Angesichts der Buchungen für den kommenden Sommer sieht sich der Reiseveranstalter Thomas Cook auf Wachstumskurs. Frühe Reservierungen für alle Urlaubsziele sorgten für Zuversicht, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der Konzern bleibe aber „vorsichtig“.

Die lange als Gewinnbringer gelobte Konzern-Fluglinie Condor flog im operativen Geschäft 10 Millionen Pfund Verlust ein – nach 56 Millionen Pfund Gewinn ein Jahr zuvor. Condor-Chef Ralf Teckentrup will das Flugangebot nun stärker auf Fernziele ausrichten, weitere Aufgaben mit den anderen Airlines des Konzerns bündeln und die Kosten um 25 Millionen Pfund senken. Das operative Ergebnis soll auf diese Weise bis zum Geschäftsjahr 2017/18 um 35 Millionen Pfund steigen.

Ein Stellenabbau steht laut einem Condor-Sprecher „nicht im Fokus“. Es gehe um eine Steigerung der Erlöse, etwa durch lukrativere Flugstrecken und einen Ausbau des Bordverkaufs. Um mehr Langstreckenflüge anbieten zu können, wolle Condor zudem Flugzeuge mit der britischen Thomas Cook Airlines tauschen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Reiseveranstalter: Thomas Cook schwächelt wegen Türkei-Krise"

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
    Danke

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