Reiseveranstalter
Tui Deutschland will Kurzarbeit einführen

Der größte deutsche Reiseveranstalter Tui will angesichts von Buchungsrückgängen Kurzarbeit einführen. Die Unternehmensführung habe den Betriebsrat zu Verhandlungen über die Einführung von Kurzarbeit aufgefordert.

HB HANNOVER. Angesichts rückläufiger Buchungszahlen will der Reisekonzern Tui seine Kosten durch eine Kürzung der Arbeitszeiten senken. Die Geschäftsführung will mit dem Betriebsrat über die Einführung von Kurzarbeit verhandeln, wie ein Firmensprecher am Freitag sagte. Ein Verhandlungstermin stehe noch nicht fest. „Entscheidungen sind noch nicht gefallen, die Verhandlungen haben noch nicht einmal begonnen.“ Bis Ende April würden die Überstundenkonten auf Null zurückgefahren. Danach könnte es Kurzarbeit geben.

Die Maßnahme ist nur für den Zentralbereich vorgesehen, also die 1600 Mitarbeiter der Tui Deutschland GmbH in Hannover. Nach früheren Angaben aus Kreisen sollte es Kurzarbeit nur für die Bereiche wie Callcenter und die Katalogerstellung geben, wovon rund 300 Beschäftigte betroffen gewesen wären. Nun werde es aber wohl mehr Menschen treffen, hieß es.

Wie viele Beschäftigte tatsächlich weniger Stunden pro Woche arbeiten werden, ist noch unklar. Für andere Tui-Bereiche biete es sich auch nicht an. „Bei den meisten Reisebüros ist das schlecht machbar“, sagte ein Betriebsrat. Die Filialen würden oft nur mit zwei bis drei Mitarbeitern geführt. „Da ist es unmöglich, die Belegschaft vorübergehend auszudünnen.“

In Deutschland waren die Verkäufe für die kommende Sommersaison zuletzt um elf Prozent gefallen, im zweitgrößten Markt Großbritannien um zehn Prozent und in Westeuropa um 13 Prozent. Trotz eines je nach Region um acht bis 17 Prozent gesenkten Angebots an Pauschalreisen gelang es dem Unternehmen kaum noch, Preiserhöhungen durchzusetzen.

In Deutschland mussten Urlauber im Schnitt sogar ein Prozent weniger für ihre Pauschalreise zahlen. Tui hatte zuletzt mit Sonderangeboten versucht, zusätzliche Kunden zu gewinnen. Im Zuge dreier Vermarktungsaktionen seien zusätzliche 30 000 Gäste gewonnen worden, sagte der Sprecher. „Wir haben es mit einer Vertrauenskrise am Markt zu tun, da muss man etwas tun.“

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