Reisezentren

Bahn will beim Service sparen

Die Deutsche Bahn baut bis 2016 in ihren Reisezentren rund 700 Mitarbeiter ab und reagiert damit auf den zunehmenden Fahrkartenkauf übers Internet. Arbeitnehmervertreter sprechen von einem „Kahlschlag“.
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Ein Reisezentrum der Deutschen Bahn im Hauptbahnhof in Magdeburg. Wegen zunehmender Buchungen über das Internet will die Bahn hier fast jede dritte Stelle einsparen. Quelle: ZB

Ein Reisezentrum der Deutschen Bahn im Hauptbahnhof in Magdeburg. Wegen zunehmender Buchungen über das Internet will die Bahn hier fast jede dritte Stelle einsparen.

(Foto: ZB)

BerlinDie Deutsche Bahn verringert die Zahl ihrer Mitarbeiter in den Reisezentren, weil sich immer mehr Kunden ihre Fahrkarten im Internet kaufen. Insgesamt werden 700 Stellen abgebaut. Bis 2016 sollten für etwa 350 Reiseberater neue Arbeitsplätze innerhalb des Konzerns gefunden werden, teilte Bahnvorstand Ulrich Homburg am Freitag mit. Etwa die gleiche Zahl werde durch natürliche Fluktuation oder altersbedingt aus dem Unternehmen ausscheiden. Derzeit arbeiten nach Angaben des Unternehmens 2350 Mitarbeiter in den Reisezentren. Etwa 30 Prozent der Stellen werden nun abgebaut.

Homburg erklärte, durch die interne Anpassung reagiere die Bahn auf das geänderte Nachfrageverhalten und sichere die Zukunftsfähigkeit unserer Reisezentren. „Auf die Kunden wird sich dies nicht auswirken. Auch die Präsenz der DB an den Standorten unserer gut 400 Reisezentren steht nicht auf dem Prüfstand.“

Bei dem staatseigenen Unternehmen hält der Trend zum Fahrkartenkauf im Internet nach eigener Mitteilung unverändert an. Parallel dazu sei der Einnahmenanteil der Reisezentren seit 2005 von 46 auf 22 Prozent bis Ende 2010 zurückgegangen. „Der branchenübergreifende Trend - Kunden informieren sich zunehmend über Internet oder das Mobiltelefon und kaufen dort auch ihre Fahrkarten - wird sich auch aufgrund neuer Technologien fortsetzen und beschleunigen“, hieß es in der Mitteilung. Deshalb erwarte man für das Jahr 2016 nur noch einen Umsatzanteil der Reisezentren von 17 Prozent.

Bei Arbeitnehmervertretern traf die Ankündigung auf scharfe Kritik. „Das ist ein radikaler Kahlschlag“, sagte der Sprecher der Eisenbahngewerkschaft EVG, Michael Klein. Zurückgehende Umsätze seien nur ein Teil der Wahrheit, erklärte die Gewerkschaft zudem auf ihrer Webseite. „Der andere: Der Konzern will sparen. Und scheinbar sollen es die Reiseberater mit ihren Arbeitsplätzen bezahlen.“ Die EVG und die Betriebsräte würden sich dagegen wehren.

  • rtr
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5 Kommentare zu "Reisezentren: Bahn will beim Service sparen"

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  • ei liebe maus, haben sie schon mal am automaten gestanden
    und versucht, ein ticket zu bekommen ? Gruppenkarten,
    Hessenticket, Rabatt für Jahreskartenbesitzer, Sonder-
    angebote der Bahn, Hessenticket usw. Das ist ein Tollhaus, für nicht ausgezeichnet deutsch sprechende
    und auch für ältere bürger nicht zu durchschauen.
    und das soll ich im internet bewerkstelligen, ohne mich
    selbst zu besch..., weil es im service point noch
    günstigere verbindungen gibt ? es ist eine schande, was
    die bahn mit uns treibt, mit stufen, die sich 55 cm ober-
    halb der bahnsteigkante befindet, mit s-bahnen ohne
    toiletten und klimatisierung, eher für vieh geeignet.

  • Finde ich voll in Ordnung. Umso mehr wird investiert in das Internet, mein Schalter bei mir zuhause oder auf dem iPad.
    Es gibt ja auch überall die Automaten, es gibt Handyticket, und vor allem das Internet.
    Im Grunde nichts anderes wie Amazon, Online Banking, Zeitschriften, Bücher, Information, Musik, Radio, TV und vieles andere mehr – alles verlagert sich in das Internet.
    Finde ich sehr gut – hätte auch früher schon kommen können.

  • Finde ich voll in Ordnung. Umso mehr wird investiert in das Internet, mein Schalter bei mir zuhause oder auf dem iPad.
    Es gibt ja auch überall die Automaten, es gibt Handyticket, und vor allem das Internet.
    Im Grunde nichts anderes wie Amazon, Online Banking, Zeitschriften, Bücher, Information, Musik, Radio, TV und vieles andere mehr – alles verlagert sich in das Internet.
    Finde ich sehr gut – hätte auch früher schon kommen können.

  • Wo der Staat und der öffentliche Dienst seine Finger im Spiel hat, erreicht man immer ein Maximum an Wertverlust und ein Minimum an Effektivität.

    Der sogenannte Servive der DB ist doch ein Märchen. Und die Pünktlichkeit der Züge (auch ICE) ist mehr als nur mies. Ich fahre täglich mit der Bahn. Und in der letzten Woche
    - kein Zug war pünktlich
    - an 2 Tagen waren die Verzögerungen < 10 min.
    - Rest der Woche bis 30 min. Verzögerung

    Und dann immer dieses dumme Gerede der SPD / Grünen, dass man doch die Bahn nehmen soll. Ich begrüße jede Initiative, wo man Güter von der Bahn auf die Straße bringt (Megatrailer).

  • Der "Service" der deutschen Bahn ist auch ohne den bevor- stehenden Stellenabbau schon "sprichwörtlich" und nur in der Konstruktion eines "kapitalistischen Staatsmonopols" in dieser Art überhaupt überlebensfähig.
    Ständige Verspätungen aufgrund defekter Züge und maroder Gleisanlagen, sinnentleertes "Gewäsch" statt konkreter Ansagen in Zügen und auf Bahnsteigen und eine kontinuierliche Ausdünnung des Angebotes an Verbindungen in der Fläche: Zusammenfassend ist die DB ist ein sehr anschauliches Lehrbeispiel öffentlichen "Marktversagens"!
    Kunden sind für die DB nicht mehr als ein notwendiges Übel !

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