Rekordgewinn im ersten Quartal
Erfolgreiche Ryanair hat Terrorangst

Europas größter Billigflieger Ryanair hat ein positives Fazit seines ersten Geschäftsquartals gezogen, aber vor einem Rückgang der Passagierzahlen durch Terroranschläge gewarnt.

HB DUBLIN. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, profitierte es weiter von niedrigeren Ticketpreisen, da die Konkurrenz von ihren Passagieren Kerosin-Aufschläge verlange. Ryanair sieht sich auf gutem Weg, sein Passagieraufkommen in diesem Jahr wie geplant um 27 % auf 35 Mill. zu steigern. Allerdings machte Firmenchef Michael O'Leary auch ein Risiko für das Erreichen dieses Ziels aus. „Weitere Terroranschläge in London könnten sich negativ auf Passagieraufkommen und Gewinne auswirken.“ Analysten nahmen den Quartalsbericht positiv auf.

Sowohl am 7. als auch am 21. Juli hatte eine Anschlagserie die britische Hauptstadt erschüttert. Die Touristikbranche fürchtet nach solchen Attentaten meist um ihr Geschäft. Von den Londoner Anschlägen selbst erwartet Ryanair aber keine negativen Auswirkungen auf den Gewinn in diesem Jahr. Einerseits gab Firmen-Vizechef Michael Cawley an, in den Tagen unmittelbar nach den Attentaten seien die Buchungen zurückgegangen. Andererseits sagte er: „Wir haben aber nicht den Eindruck, dass dies bedeutend genug ist, um unsere Gesamtzahlen für das Jahr zu beeinflussen. Solange es keinen weiteren Anschlag gibt - und das hoffen wir alle - sehen wir nicht die Notwendigkeit, unseren Jahresausblick anzupassen.“

Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Juni steigerte Ryanair seinen Reingewinn um 21 % auf eine Rekordhöhe von 64,4 Mill. €, wie das Unternehmen mitteilte. Damit verdiente die Fluggesellschaft zehn Mill. € mehr als im Schnitt von Analysten erwartet. Den Umsatz steigerte das Unternehmen um 35 % auf 404,6 Mill. €. Im Berichtszeitraum seien 8,5 Mill. Passagiere befördert worden, 30 % mehr als vor einem Jahr. Seine Durchschnittserlöse pro Passagier (Yields) steigerte das Unternehmen um drei Prozent - trotz eines Ausbaus seiner Sitzkapazität um 30 %. Für das laufende zweite Quartal erwartet Ryanair diese Kennzahl um ein bis zwei Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem Nettogewinn von 295 Mill. € - ein Anstieg um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Treibstoffkosten erhöhten sich den Angaben nach im abgelaufenen Quartal deutlich um 112 % auf 109,0 Mill. €. Ausblickend rechnete Ryanair aber damit, dass die negativen Effekte des gestiegenen Ölpreises etwa durch niedrigere Kosten ausgeglichen werden können. Für August hat sich der Billigflieger beim Öl nicht abgesichert. Allerdings seien für September 90 % der benötigten Menge mit 57 Dollar je Barrel (knapp 159 Liter) abgesichert, danach bis März mit 47 Dollar pro Barrel. US-Öl hatte zuletzt ein Rekordhoch von 62,30 Dollar pro Barrel erreicht. O'Leary sagte einen weiterhin scharfen Wettbewerb in der Branche voraus. Die hohen Ölpreise würden Verluste schreibende Gesellschaften dabei aus dem Geschäft treiben.

Analysten äußerten sich positiv. „Die Yields sind höher als erwartet und insgesamt gesprochen sind das starke Zahlen“, sagte Shane Matthews von NCB Stockbrokers. Ryanair-Aktien legten in Dublin um 0,3 % zu auf 6,82 €.

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