Rekordgewinn
Lufthansa hebt an der Börse ab

Lufthansa hat 2007 trotz hoher Treibstoffkosten und eines unverändert harten Preiskampfes erneut ein Rekordergebnis eingeflogen und dabei eine symbolische Marke geknackt. Für die Aktie ging es nach Bekanntgabe der Zahlen deutlich aufwärts. Vor allem die stark gesteigerte Dividende sorgt für Nachfrage.

HB FRANKFURT. Europas zweitgrößte Fluggesellschaft steigerte ihren Betriebsgewinn um mehr als 60 Prozent auf knapp 1,4 Mrd. Euro. Der Reingewinn kletterte um mehr als das Doppelte auf fast 1,7 Mrd. Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Die Lufthansa will deshalb die Dividende kräftig anheben. An die Aktionäre sollen 1,25 Euro je Aktie ausgeschüttet werden, 0,55 Euro mehr als im vorigen Jahr. An der Börse schoss die Aktie nach Bekanntgabe der Zahlen nach oben und setzte sich mit einem Plus von vorübergehend sechs Prozent auf gut 16 Euro an die Spitze der Dax-Gewinner.

In den Überschuss flossen allerdings knapp 600 Mill. Euro Sondererlöse ein, davon allein 503 Mill. Euro aus dem Verkauf der Anteile am Reisekonzern Thomas Cook an Arcandor. Der Sprung beim operativen Ergebnis um fast zwei Drittel auf den Rekordwert von 1,378 Mrd. Euro indessen geht maßgeblich auf gute Ergebnisse im Langstreckengeschäft und einer besseren Auslastung im Europaverkehr zurück. Bei einem Passagierzuwachs von lediglich 5,6 Prozent auf den Rekordwert von 56,4 Mill. stieg der Konzernumsatz um 13 Prozent auf 22,4 Mrd. Euro.

Der Konzern veröffentlichte am Dienstag lediglich wenige Kernzahlen für 2007. Einzelheiten zu den Sparten werden erst auf der Bilanzpressekonferenz am 12. März genannt. Eine Rekordbilanz hatte sich bereits nach den Neun-Monats-Zahlen abgezeichnet. Die Lufthansa erzielte 2007 ein deutlich besseres Ergebnis als zu Jahresbeginn in Aussicht gestellt worden war. Der Vorstand hatte beim operativen Ergebnis den Sprung über die Milliardengrenze erst für 2008 in Aussicht gestellt.

Erst zweimal hatte die Lufthansa in den Jahren 1998 und 2000 beim Betriebsgewinn knapp die Milliardenmarke übertroffen. Nach den Flugzeuganschlägen vom 11. September 2001 geriet die Fluggesellschaft wie die gesamte Branche in Turbulenzen und vorübergehend in die roten Zahlen. Hierzu trugen vor allem auch Verluste bei der Cateringsparte und im Touristikgeschäft von Thomas Cook bei.

Diese Baustellen sind inzwischen durch Sanierung (Catering) und Verkauf (Cook) behoben. Zugleich hat sich das unter Konzernchef Wolfgang Mayrhuber 2004 gestartete Sparprogramm mit einem Volumen von einer Milliarde Euro im vorigen Jahr erstmals voll ausgewirkt.

Dennoch wird Lufthansa - wie andere Airlines auch - am Aktienmarkt unverändert skeptisch beurteilt und zählte in den vergangenen Monaten angesichts skeptischer Konjunkurmeldungen aus den USA und unverändert hoher Ölpreise zu den Kursverlierern. Für den Kursgewinn am Dienstag war Händlern zufolge vor allem die deutliche Anhebung der Dividende ausschlaggebend. Einen Ausblick auf 2008 gab Lufthansa noch nicht. Angesichts des starken Anstiegs der Passagierzahlen im Monat Januar um sieben Prozent wird allerdings mit einem weiteren Wachstum gerechnet.

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