Rekordjahr
Handwerk profitiert von der Euro-Krise

Das deutsche Handwerk steuert auf ein Rekordjahr zu. Die Umsätze legen zu, der Ausblick der Betriebe ist positiv und auch die Mitarbeiterzahlen steigen. Ausgerechnet die Euro-Krise sorgt für zusätzliche Aufträge.
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BerlinHandwerk hat offenbar immer noch - oder wieder - den sprichwörtlichen „Goldenen Boden“, denn die Branche steuert auf ein Rekordjahr zu. Der Geschäftsklimaindex verbesserte sich im dritten Quartal auf ein Allzeithoch, wie der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) am Donnerstag in Berlin bei der Vorstellung des Konjunkturberichts mitteilte. Demnach sind 90 Prozent der Firmeninhaber mit ihren Geschäften mindestens zufrieden, im Vorjahr waren es noch 86 Prozent. Von den 23.600 befragten Handwerksbetrieben beurteilten 46 Prozent ihre Lage als gut. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als 2010. 

„Das bisherige Umsatzwachstum verspricht ein Rekordjahr“, sagte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke. 29 Prozent der Betriebe berichten über gestiegene Umsätze, nur 19 über gesunkene. Solch einen Wert verzeichnete der ZDH zuletzt 1992. Allerdings hätten einige Branchen und Regionen bereits Probleme mit der Stellenbesetzung durch Fachkräfte. Dennoch werde das Umsatzplus nominal bei mindestens fünf Prozent liegen.

Auch für Arbeitnehmer ist die Situation erfreulich. Während 19 Prozent der befragten Betriebsinhaber Personal einstellen, bauen nur neun Prozent Stellen ab. Dieser Saldo von zehn Prozentpunkten liege sogar über denen der Hochkonjunkturphasen im Vorjahresquartal (sechs Punkte) und 2006 (drei Punkte). Schwannecke erwartet für 2011 ein Plus von 25.000 Mitarbeitern (0,5 Prozent) im Handwerk. 

Die positive Entwicklung ist paradoxerweise den großen Unsicherheiten über die Entwicklungen in der Euro-Zone geschuldet. Dies habe zur Folge, dass die Menschen verstärkt in Immobilien investieren. Außerdem sorgten hohe Arbeitsplatzsicherheit und steigende Löhne für ein positives Konsumklima. 

Für die kommenden Monate erwarten die Betriebe laut Handwerksverband keine Trendwende. Allerdings werde eine „Verlangsamung des Wachstumstempos“ erwartet, sagte Schwannecke. Auch für 2012 seien die Aussichten positiv. Damit das Wachstum anhalte, müsse die Regierung dafür sorgen, dass die verschärften Regeln der Kreditvergabe (Basel-III) nicht zulasten des Mittelstands gingen.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Auf keinen Fall ist es unwichtig: Wir müssen alles kritisch hinterfragen - auch, nein, besonders das Verhalten unserer Führer!

  • Da hast du doppelt gemoppelt, was dafür sorgt, dass es wenigstens auffällt. Aber scheu dir das mal an, es dürfte wichtig sein:

    http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=13859#more-13859

    und das:

    http://www.youtube.com/watch?v=uNXGmBVazZ8

  • Ob die Minderheit auch dumm sein muss? Professoren sind auch in der Minderheit!

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