Der Bio-Markt stößt an seine Grenzen

Rekordumsätze
Der Bio-Markt stößt an seine Grenzen

Der Markt für Bio-Erzeugnisse boomt. Für gut sieben Milliarden Euro kauften die Deutschen 2012 in Bio-Läden ein und damit sechs Prozent mehr als 2011. Das Problem: Die Bauern kommen mit der Produktion nicht mehr nach.
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NürnbergNoch vor gar nicht langer Zeit waren Bio-Lebensmittel ein Nischenprodukt für Körnerliebhaber - heute sind sie aus deutschen Kühlschränken nicht mehr wegzudenken. „Im Grunde kauft fast jeder Haushalt mindestens ein Bio-Produkt im Jahr“, schildert Helmut Hübsch vom Marktforschungsunternehmen GfK. Ihm zufolge gehören zwischen 30 und 40 Prozent der Deutschen zur intensiven Käufergruppe, 15 Prozent decken sogar einen Großteil ihres Bedarfs in Bio-Läden. Das wirkt sich natürlich auf den Markt aus: 2012 wurden nach Angaben von Branchenexperten gut sieben Milliarden Euro umgesetzt, das sind rund sechs Prozent mehr als im Vorjahr.

Damit wächst der Bio-Sektor zwar nicht mehr ganz so schnell wie im Vorjahr, aber doch deutlich stärker als der konventionelle Lebensmittelbereich. Ein Grund zum Feiern also für die Branche, die sich von diesem Mittwoch (13. Februar) an in Nürnberg zur weltweit größten Öko-Messe „Biofach“ trifft.

Trotz der Rekordzahlen ist nicht alles eitel Sonnenschein. „Wir haben ein Umsatzwachstum und eine stabile Entwicklung im Fachhandel mit einer realen Zunahme der Verkaufsfläche, aber wir haben gleichzeitig fast eine Stagnation, was die Bio-Anbaufläche anbelangt“, schildert Alexander Gerber vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Mit anderen Worten: In Deutschland werden zwar immer mehr Bio-Sachen gegessen, aber nur wenige Bio-Lebensmittel zusätzlich produziert. Die Folge sind weiter steigende Importe.

„Da merkt man einfach, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Bio-Produktion zur konventionellen Landwirtschaft schwierig ist“, erklärt Gerber. Vor allem die Pachtpreisentwicklung mache den Öko-Bauern schwer zu schaffen. Wegen der Förderung von Biogasanlagen und dem dadurch entstandenen Bedarf etwa an Mais sei Ackerland inzwischen vielerorts so teuer, dass die Bio-Bauern nicht mehr konkurrieren könnten. Zum Teil müssten sie ihre Flächen sogar verringern - statt zu erweitern.

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Neue Bauern für den Bio-Anbau zu gewinnen ist schwierig

Kommentare zu "Der Bio-Markt stößt an seine Grenzen"

Alle Kommentare
  • BIO? Jeder will BIO, weil er sich angeblich BIO = Apothekerpreise leisten kann. Verfolgt man die Medien, ist BIO an den Lebensmittelskandalen immer beteiligt und Schuld!
    Wer kann sich die vorsätzliche Abzocke leisten, wenn die Einkommen massiv gekürzt werden? Von 10 Euro Einkommen, kann jeder Mensch nicht 30 Euro für BIO zahlen. Kindergeld = Einkommen nur für BIO? Welch Menschenverachtung!

  • Ein „Zweinutzenhuhn“ - ich fasse es nicht! Ist ja ganz was Neues, dass Hühner nicht nur Eier legen, sondern tatsächlich auch gegessen werden können. Nur haben die dann nicht die extra dicken Schenkel voller Wasser und Fett, die so schöne Margen beim Verkauf bringen. Haben sie jetzt eins gezüchtet mit dicken Schenklen und dicken Eiern?

  • OH??? - Da wollen einige GRUNDSÄTZLICH kein BIO kaufen. Also ich finde das toll. Umso mehr bleibt für mich übrig und für all die, die aus guten Gründen BIO lieben!

  • In Deutschland produzierte konventionelle Gartenbauprodukte haben in etwa den gleichen Nährwert und Schadstoffgehalt, wie biologisch angebaute Nahrungsmittel. Bei einigen Bioprodukten z.B. Salat ist lediglich der Nitratgehalt geringer. Anders sieht es bei tierischen Produkten aus. Hier ist Bio sowohl für die Tiere als auch die Verbraucher ein eindeutiger Vorteil. Hier könnten deutsche Landwirte schon eher umstellen, da nicht so große Flächen benötigt werden. Leider hat Frankreich mal wieder durchgesetzt, dass die EU-Agrarsubventionen nicht primär an Bio-Bertiebe gehen. Dabei könnten mittelfristig alle gewinnen: Dank der Subventionen und einem wachsenden Markt könnten Biofleisch, -Milch und -Eier gleich günstig werden, wie konventionelle Lebensmittel. Nebenbei würden antibiotikaresitente Keime und Arzneimittelreste aus der Gülle verschwinden.

  • Ich kaufe grundsätzlich ebenfalls kein BIO weil ich es mir mit meinem kümmerlichen Nettogehalt nicht leisten kann.
    Übrigens gab es ja die letzten Jahre scheinbar BIO Pferdefleisch in Salami zum Discountpreis..

  • Beobachtung:
    Das Subjekt scheint bereits auf die Pestizide zu reagieren. Beobachtet werden konnte bisher ein vermindertes Urteilsvermögen, sowie verminderte Intelligenz.

  • "Sie sollten an einer Studie teilnehmen um heraus zu finden, ob Pestizide, welche nur in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt werden, irgendwelche neagtiven Auswirkungen haben...."

    Macht er doch schon *g*

    Vielleicht werden mit der Nachfrage wieder Flächen für Nahungsmittel reaktiviert, die ansonsten einfach nur "verheizt" werden.
    Man wird ja noch hoffen dürfen.

  • Sie sollten an einer Studie teilnehmen um heraus zu finden, ob Pestizide, welche nur in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt werden, irgendwelche neagtiven Auswirkungen haben....

  • Nicht vergessen: Täglich kommen erdweit 200.000 (zweihunderttausend) Esser dazu! Die Menschheit ist erledigt.

  • Ich kaufe grundsätzlich kein "Bio", das ist nur ein anderes Wort für überteuerte Abzocke !

    Qualität muss nicht notwendig Bio sein und Bio ist nicht notwendig Qualität.

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