Rekordumsatz
Rewe will Märkte mit 1,5 Milliarden Euro modernisieren

Mit einem Rekordumsatz im Rücken will Rewe eine Milliarden-Investition in seine Filialen stecken. Von der Modernisierung verspricht sich Konzernchef Caparros einen weiteren Schub – nur ProMarkt bleibt ein Klotz am Bein.
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KölnDer Einzelhandelskonzern Rewe will deutlich mehr als eine Milliarde in die Expansion und die Modernisierung seiner Supermärkte investieren. „Wir werden im laufenden Geschäftsjahr den eingeschlagenen Kurs des langfristig orientierten, profitablen Wachstums konsequent fortsetzen und planen Investitionen - ohne Akquisitionen - in Höhe von über 1,5 Milliarden Euro“, kündigte Rewe-Chef Alain Caparros am Donnerstag an.

Mit dem Geld sollen vor allem die Marken Rewe und Billa ausgebaut und die Discount-Kette Penny auf Vordermann gebracht werden. „Dieser Modernisierungsschub wird unserem Geschäft zusätzliche Impulse geben.“ Denn der Wettbewerb um die preisbewusste Kundschaft sei weiterhin hart.

Im vergangenen Jahr steigerte die Rewe Group, die 15.538 Märkte in Deutschland und 12 weiteren europäischen Ländern beliefert, ihren Umsatz um 2,7 Prozent auf 49,7 Milliarden Euro. Dabei schnitt das Ausland, wo Rewe vor allem unter der Marke Billa auftritt, mit einem Plus von 3,6 Prozent besser ab als der Heimatmarkt, wo der Umsatz um 2,4 Prozent wuchs. Erfolgreich entwickelte sich dennoch das Supermarktgeschäft in Deutschland mit den Marken Rewe, Toom und Temma, das mit einem Umsatzplus von fünf Prozent auf 15,9 Milliarden Euro deutlich stärker wuchs als der Lebensmitteleinzelhandel insgesamt.

Insgesamt stieg der Konzernumsatz um 3,1 Prozent auf das Rekordniveau von 41,6 Milliarden Euro. „Wir haben unsere selbst gesteckten Wachstumsziele übertroffen“, sagte Caparros. Auch bei der kriselnden Discount-Kette Penny greife die Restrukturierung. Rewe machte mehrere Filialen von Penny in Deutschland und Billa in Italien dicht - vor allem deshalb sank die Gesamtzahl der belieferten Märkte 2012 um ein Prozent.

Aufgrund eines niedrigen Schuldenstandes sei die Rewe auch weiter sehr gut vorbereitet, um auch Akquisitionen zu tätigen, erklärte Caparros. Das gelte sowohl für den Einzelhandel als auch für die Touristik.

Das große Sorgenkind des Handelskonzern ist aber weiterhin die defizitären Elektronikmarktkette ProMarkt. Nach dem schlechten Weihnachtsgeschäft werden nun verschiedene Optionen geprüft.

Das Geschäft in den letzten Monaten 2012 habe bedingt durch Umsatzverlagerungen in das Internet nicht den eigenen Vorstellungen entsprochen, sagte das zuständige Rewe-Vorstand Frank Wiemer am Donnerstag bei der Bilanz in Köln. Die Geschäftsführung von ProMarkt prüfe derzeit alle Optionen zur Verbesserung der Situation.

Dazu gehörten auch Veränderungen im Filialnetz. „Tatsache ist, dass diese Prüfung solcher Optionen ergebnisoffen ist und es noch keine Entscheidung gibt, wie wir weitermachen“, erläuterte der Manager. Der Umsatz der Elektronikmarktkette brach 2012 um 15,5 Prozent ein. 13 Läden wurden geschlossen. Das Filialnetz umfasst noch 55 Läden. Den Umsatz und Verlust der Tochter bezifferte Rewe nicht.

Nach Informationen der „Lebensmittel Zeitung“ wird der Verlust von ProMarkt in Branchenkreisen allein für das vorvergangene Jahr 2011 auf rund 40 Millionen Euro geschätzt. Rewe soll vor kurzem ein Verkaufsprospekt für ProMarkt an mögliche Interessenten verschickt haben. Dabei gehe es auch um einen Einzelverkauf von Filialen.

Vor einem halben Jahr hieß es bei Rewe, dass ProMarkt mit einem gestrafften Filialnetz und aufgemöbelten Läden aus den roten Zahlen geholt werden soll. Zehn unrentable Läden sollten 2012 geschlossen werden, verlautete im September. Damit würden etwa 290 von 1890 Vollzeitarbeitsplätzen gestrichen. Die Läden stelle man schrittweise auf ein neues Konzept um. ProMarkt ist nur in Deutschland aktiv. 2011 sank der Umsatz der Kette um 3,8 Prozent auf 600 Millionen Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die Reweführung sollte lieber dafür sorgen, dass die Regale voll sind. Ich erlebe immer wieder, dass gängige Produkte (keine Sonderangebote) tagelang ausverkauft sind.
    Beschwerden beim Marktleiter werden achselzuckend abgetan.
    Das Sortiment ist zu 50 % am Bedarf vorbei . Kein Nutella im regal, dafür 8 Sorten Pfälzer Riesling im Angebot .

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