Reparaturdienst
Ex-Otto-Tochter TS24 wird zerschlagen

Der ehemalige Reparaturdienst des Otto-Konzerns bekommt einen neuen Eigentümer, doch für nur rund ein Viertel der einst 250 Mitarbeiter gibt es dort eine neue Zukunft.
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DüsseldorfNach Informationen des Handelsblattes aus Unternehmenskreisen wird die insolvente ehemalige Otto-Tochter TS24 vom bayerischen Konkurrenten RTS Elektronik Systeme übernommen. „Alle Mitarbeiter wurden informiert, dass sie bis zum 31. Juli gekündigt werden“, sagt ein Mitarbeiter. „RTS wird sich dann die besten 80 Leute aussuchen. Aber die TS24-Zentrale in Mettmann wird geschlossen.“

Ein Sprecher des Insolvenzverwalters Jörg Bornheimer wollte sich auf Anfrage des Handelsblattes nicht zu den Details der Übernahme äußern. Es sei richtig, dass ein Kaufvertrag unterschrieben wurde. Dieser enthalte aber einige aufschiebende Bedingungen. Vor Klärung dieser Einzelheiten werde es keine Erklärung des Insolvenzverwalters und auch keine Bestätigung des Käufernamens geben.

TS24 hatte im März 2012 einen Insolvenzantrag gestellt und beschäftigt seitdem die Ermittlungsbehörden. Wie die Staatsanwaltschaft Wuppertal dem Handelsblatt bestätigte, dauern ihre Ermittlungen gegen den TS24-Geschäftsführer Holger Brehm wegen des Verdachts auf Betrug und Verstoß gegen die Insolvenzordnung an.

TS24 war im Juli 2009 von Otto an die Hamburger Industrie-Holding Elbe Partners verkauft worden. Der Kaufpreis lag bei einem Euro, außerdem verzichtete die Otto-Gruppe auf Forderungen von zwölf Millionen Euro, füllte die TS24-Kasse mit fünf Millionen Euro auf und gab zusätzlich ein Darlehen von fünf Millionen Euro.

Elbe-Partners-Gründer Ramin Ghalibaf machte sich dann selbst zum Geschäftsführer von TS24 und gewährte sich und seinen Partnern bei Elbe Partners, darunter der ehemalige Alix-Unternehmensberater Ulrich Wlecke, hohe Gehälter und Beraterverträge. Kurz vor dem Insolvenzantrag gab Ghalibaf die Geschäftsführung ab und kaufte TS24 von Elbe Partners, also von seinem eigenen Unternehmen. Zu den Gründen wollte er sich nicht äußern.

Sönke Iwersen
Sönke Iwersen
Handelsblatt / Leiter Investigative Recherche

Kommentare zu " Reparaturdienst: Ex-Otto-Tochter TS24 wird zerschlagen"

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  • Elbe Partner-Gründer Ramin Ghalibaf hat wohl eien Teil von der RTS gekauften Sachen wieder zurückgekauf und H.Brehm hat sich auch wieder seine arbeit gesichert mal sehen ob das gut geht da H.Brehm ein Mann für Insolvenzen isthttp://www.linkedin.com/pub/dir/Holger/Brehm

  • Das einzige was die Mitarbeiter wissen ist das dieTs 24 geschlossen wird zum 01.08.12 da noch kein Sozialplan steht bzw. stand.
    Jetzt müsste der Sozialplan stehen und den Mitarbeitern werden wohl diese Woche ihre Kündigungen erhalten.
    RTS wird wohl darauf bestehen dass die Mitarbeiter noch durch den Insolvenzverwalter gekündigt werden um allen Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu gehen
    RTS der Käufer von Profectis wird dann die Firma (einige wenige Mitarbeiter) übernehmen.
    Das heißt so sieht es für mich aus das die Mitarbeiter wohl nicht mehr an das Geld ihrer geleisteten Arbeit kommen werden.
    Hätte die Firma so wie es die Betriebsvereinbarung vorgesehen hat schon ab September den Mitarbeitern ihre Überstunden ausgezahlt hätte die Firma da schon den Finger heben müssen.
    Statt dessen sollten die überstundend an ab März prozentual ausgezahlt werden man beachte das aber im Februar dann der Finger gehoben wurde.
    Ach ich vergas das der Herr Brehm ja von Profectis kam und zur Bedingung dafür das er Ts 24 führen würde ein Auto zur Bedingungen hatte (kein Auto von der Stange), auch wurde Herr Brehm öfters vor der Insolvenz bei profectis gesehen.
    Stand oder steht Herr Brehm auf der gehaltsliste bei profectis oder der RTS gruppe und wollte man das Ts 24 untergeht wir werden es sehen ob er dort wieder auftaucht.
    Schade um die guten Leute die ihre Arbeit verlieren durch die schlechte Geschäftsführung

  • Auch wenn einige Darstellungen des Handelsblatts nicht 100%-ig der Wahrheit entsprechen, sollte man nicht vergessen, wer hier wirklich schuld an der Misere ist. Die Berichterstattung des Herrn Iwersen hat nicht im Geringsten etwas mit den Managementfehlern der Vergangenheit zu tun. Die "saloppe" Entsorgung der ehemaligen Tochter durch den Großkonzern Otto bleibt,- egal wie man es betrachtet,- eine große Sauerei....

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