Restrukturierungsmassnahmen greifen
Swiss baut Verluste leicht ab

Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss hat im zweiten Quartal 2002 dank der im Winter eingeleiteten Kostensenkungsmassnahmen ihre Verluste etwas abbauen und den Mittelabfluss verlangsamen können. Trotz der Fortschritte bleibt das Branchenumfeld schwierig und langfristig überleben kann die Swiss nur, wenn sie Anschluss an einen Partner findet.

Reuters ZÜRICH. Bei einem Umsatz von rund 2,1 Mrd. Franken ergab sich ein Verlust von 333 Mill. Franken, wie die aus der zusammengebrochenen Swissair hervorgegangene Gesellschaft am Dienstag weiter mitteilte. Mit einem Verlust von 133 Mill. Franken sei dabei das zweite Quartal besser ausgefallen als das erste mit einem Minus von 200 Mill. Franken, erklärte Swiss weiter. Im ersten Halbjahr 2002 war ein Verlust von 447 Mill. Franken angefallen. Die Ertragsentwicklung des zweiten Quartals habe unter den Auswirkungen der Krankheit SARS gelitten und liege deutlich unter dem Budget, hiess es weiter.

Die aus den eingeleiteten Restrukturierungsmassnahmen anfallenden Kosten seien im vorliegenden Halbjahresabschluss nicht enthalten, erklärte Swiss weiter. Diese Kosten seien mit 200 Mill. Franken budgetiert. Sie würden in der zweiten Jahreshälfte verbucht.

Die Zürcher Kantonalbank hatte den Halbjahresverlust auf 540 Mill. Franken geschätzt und den Umsatz auf 2,1 Mrd. Franken. Zu der Frage, wie es strategisch weitergeheh soll, gab der Semesterbericht keine Auskunft. Am Vortag hatte es geheissen, der Swiss-Verwaltungsrat habe zu den Strategiefragen keine Entscheidungen getroffen.

Auf lange Frist kann die Swiss im Alleingang nicht überleben. Die Schweizer Gesellschaft könnte sich unter die Kontrolle der Deutschen Lufthansa begeben oder sich der von British Airways geführten Allianz oneworld anschliessen. Um im kommenden Jahr gut über die Runden zu kommen braucht die Swiss nach früheren Angaben frisches Geld von etwa 500 Mill. Franken. Die Swiss Hauptaktionäre, die Grossbanken CS Group und UBS sowie der Bund, haben bisher keine Neigung erkennen lassen, diese Mittel aufzubringen, so dass die Swiss auf eine Bankfinanzierung angewiesen ist.

Die Kostensenkungsmassnahmen würden zu greifen beginnen, erklärte das Unternehmen im Semesterbericht weiter. Die Liquidität der Gruppe habe per Ende Juni 811 Mill. Franken betragen nach 913 Mill. Ende März. Der Mittelabfluss des ganzen ersten Halbjahres betrug somit 445 Mill. Franken. Der Abfluss habe sich somit verlangsamt. Die Liquidität sei nach wie vor intakt. Die Eigenkapitalquote liege bei 31 %.

Dass sich der Mittelabfluss verlangsamt habe, sei einerseites auf die Saisonalität des Geschäftes zurückzuführen. Auf der anderen Seite habe das im November implementierte Kostensenkungsprogramm „voll gegriffen“ und zu massiven Einsparungen beigetragen. Das Betriebsergebnis weise nach sechs Monaten einen Verlust von 346 (Vorjahreswert 433) Mill. Franken auf. Das Finanzergebnis habe einen Gewinn von 15 Mill. Franken beigesteuert. Berichte über ein mögliches Zusammengehen mit der Lufthansa hatten der Swiss-Aktie am Montag bereits einen Kursgewinn von zehn Prozent ermöglicht. Am Dienstag legte die Aktie zu Börsenbeginn noch einmal gut sieben Prozent zu.

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