Rettungskonzept
Arcandor hat neuen Investor gefunden

Das Rettungskonzept für Arcandor nimmt konkrete Formen an. Vor der Sitzung des Bürgschaftsausschusses der Bundesregierung heute in Berlin kann sich der Handels- und Touristikkonzern offenbar auf die Hilfe von Banken, Gläubigern, Eigentümern und Lieferanten stützen. Nicht zuletzt gibt es einen zusätzlichen Retter.

chs/HB DÜSSELDORF. Der angeschlagene Arcandor-Konzern findet überraschend einen neuen Kreditgeber. Die italienische Mediobanca wolle sich mit 40 Mio. Euro an einem künftigen Konsortialkredit beteiligen, sagte Arcandor-Vorstandschef Karl-Gerhard Eick der „Wirtschaftswoche“. Wie es in Konzernkreisen heißt, pflegt der ehemalige Telekom-Finanzvorstand schon seit längerem gute Kontakte zu der bedeutenden Mailänder Investmentbank.

Damit steigen die Hoffnungen für den von der Insolvenz bedrohten Handels- und Touristikkonzern, bis zum 12. Juni den benötigten Konsortialkredit über 650 Mio. Euro zusammenzubekommen. Voraussetzung aber bleibe, erklärte Eick, dass Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg rechtzeitig die beantragten Bürgschaften bereitstelle.

Die Zusage von Mediobanca trieb den Arcandor-Börsenkurs um knapp vier Prozent nach oben und sorgte für etwas Erleichterung. Zuletzt hatten kleinere Kreditgeber mit einem Gesamtvolumen von 90 Mio. Euro ihren Rückzug erklärt, wie Konsortialbanken dem Handelsblatt berichteten.

Mit Hilfe von Mediobanca würde sich die Lücke damit auf 50 Mio. Euro verringern. „Wir sind hoffnungsvoll, dass dies gelingen wird“, hieß es bei einer der Banken. Bislang werde allerdings noch gepokert.

Mitglieder des Konsortiums berichtet zudem von einem gewachsenen Druck durch die Politik. Dabei gilt nicht nur die Bayerische Landesbank, die rund ein Viertel der Anschlussfinanzierung stellen soll, als abhängig von politischen Interessen. Auch die Commerzbank, ebenfalls mit einem Viertel am Konsortium beteiligt, ist in ihrer Entscheidungsfreiheit eingeschränkt: Der Staat hält an dem Frankfurter Kreditinstitut eine Beteiligung von 25,1 Prozent.

Hilfe in Höhe von 250 Mio. Euro bekommt Arcandor angeblich auch von anderen Geschäftspartnern. Durch Preiszugeständnisse und die Verlängerung von Zahlungszielen hätten sich die Lieferanten am Sparprogramm beteiligt, sagte ein Konzernsprecher.

Unklar blieb allerdings eine Aussage Eicks, nach der auch die Vermieter zu Zugeständnissen bereit seien. Von kurzfristigen Mietminderungen sei dabei nicht die Rede gewesen, präzisierte ein Firmensprecher. Wie die finanzielle Entlastung konkret aussehen werde, könne man noch nicht sagen.

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