Rettungsplan
Hotelkonzern Dorint vor Aufspaltung

In die schwierigen Rettungsbemühungen für den seit Jahren tief rote Zahlen schreibenden Hotelkonzern Dorint kommt Bewegung. Die Gruppe mit rund 90 Häusern im Drei- und Vier-Sterne-Bereich soll – so ein derzeit hinter verschlossenen Türen diskutierter Sanierungsplan – aufgeteilt werden.

DÜSSELDORF. Knapp 40 Häuser könnten unter dem Markennamen Dorint weiter geführt werden, die übrigen würde der 2002 als Retter eingestiegene französische Hotelkonzern Accor, mit knapp 35 Prozent Großaktionär der Düsseldorfer Gruppe, betreiben. Diese Hotels sollen als Sofitel, Mercure und Novotel ins Markenportfolio des weltweit viertgrößten Bettenbetreibers integriert werden, sagten Aktionärskreise.

Falls sich die Beteiligten auf diesen Sanierungsweg einigen, wäre das für die Dorint-Häuser erst kurz eingeführte „Co-Branding“ mit Marken-Doppelbezeichnungen wie Dorint-Novotel bald schon wieder Vergangenheit. Derzeit liegt das Management der meisten Dorint-Häuser bei der Accor Deutschland. Lediglich die 17 Resort-Hotels der Gruppe in Urlaubsregionen sowie vier vom Hotelkonzern Intercontinental gemanagte Häuser werden getrennt geführt.

Der Rettungsplan wird derzeit in extra einberufenen Gesellschafterversammlungen der zahlreichen Fonds-Gesellschaften diskutiert, die überwiegend die Dorint-Hotelimmobilien finanzieren. Hinter den Fonds steht die Kölner Ebertz & Partner. Unternehmer Herbert Ebertz, der über die Fonds den Hotelkonzern groß gemacht hatte, hält 13 Prozent der Dorint-Aktien und sitzt im Aufsichtsrat. Ebertz-Geschäftsführer Dirk Iserlohe wollte sich zu Details des Sanierungskonzeptes nicht äußern, bestätigte aber, dass ein entsprechender Letter of Intent von den Dorint-Aktionären unterzeichnet wurde. Eine Dorint-Sprecherin sagte lediglich, es sei ein mögliches Modell, das Hotelportfolio aufzuspalten. Accor wollte sich nicht äußern.

Eine Managementgesellschaft für die künftig kleinere Zahl der Dorint-Hotels könnte bei Evertz angesiedelt werden, spekuliert der Branchendienst „Hospitality Inside“. Von den Beteiligten wurde das mit Hinweis auf das „Stillschweige-Gelübde“ nicht kommentiert.

Hinter der Aufspaltung des Hotelportfolios steht die Absicht, „endlich mit den Häusern besser Geld zu verdienen“, hieß es in Unternehmenskreisen. Im letzten Geschäftsjahr hatte sich der Verlust von zuvor knapp 28 Mill. Euro auf 40 Mill. Euro bei 540 (Vj. 500) Mill. Umsatz erhöht. Mit der Aufteilung der Hotels soll erreicht werden, dass die zu den Accor-Marken passenden Häuser über den Verbund der Franzosen besser vermarktet werden können. Laut „Hospitality Inside“ sei Accor bereit, dann noch einmal 40 bis 50 Millionen Euro in die leeren Kassen zu legen. Bei den übrigen Hotels soll – wie bei den Ferienresorts – die Marke Dorint dann für ein eher individuelles Image stehen.

In Schieflage geriet Dorint bereits vor Jahren. Seit 2002 wurden annähernd 150 Mill. Euro Verluste eingefahren. Bereits 2004 führten Kapitalerhöhungen frisches Geld zu. Dorint trennte sich von einigen unwirtschaftlichen Betrieben, und mit den Eigentümern der Hotelimmobilien wurden flexibilisierte, an die Umsatzzahlen gekoppelte Pachten vereinbart. Doch im Sommer machte das Management den Aktionären klar, dass die Sanierung weiter gehen müsse. 2007 seien neue Liquiditätszufuhren notwendig, stellte schon der Geschäftsbericht 2005 fest. Trotz operativer Verbesserungen bliebe die Lage ernst, hieß es auf der Hauptversammlung im August. Insider schätzen, dass die AG ohne eine Finanzspritze im hohen zweistelligen Millionenbereich 2007 nicht überlebt.

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