Rewe testet Bistro-Konzept
„Macht euch warm, wenn gleich der Ansturm kommt“

Ein Restaurant im Supermarkt: Der Handelsriese Rewe wagt sich auf neues Terrain. In einer Filiale in Köln testet er die Reaktion der Kundschaft. Wir gehörten zu den ersten Gästen und haben uns dort umgeschaut.
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Köln„Toll, Sie sind unser dritter Gast heute. Ich erkläre Ihnen mal, wie das alles hier so geht“, strahlt mich eine sympathische Mitarbeiterin an. So früh an diesem Dienstag, den sich die experimentierfreudige Rewe-Handelskette zur Eröffnung ihres ersten Bistro-Ladens ausgesucht hat, sind die Freundlichkeitsakkus hier noch ordentlich aufgeladen. „Ikea-Restaurant trifft Kantine“ und „Eine riesige Wohnküche“ schreiben die anderen. Unser Eindruck: ein bisschen Italien, ein bisschen Asien, etwas Ikea und die mysteriöse Erinnerung an einen alten Bekannten.

Hier am Kölner Waidmarkt – einem Hotel-, Gewerbe- und Büroquartier – will Deutschlands zweitgrößte Supermarktkette Synergien zwischen Gastro- und Lebensmittelgeschäft ausnutzen. Das ganze nennt sich „Made by Rewe“ - eine Fusion aus Supermarkt und Restaurant, die immer im Doppelpack erscheinen. Auch die Öffnungszeiten sind identisch: von 7 bis 22 Uhr. Das Management hofft darauf, dass die Bistro-Kundschaft nach einem kleinen Sandwich oder einem Dessert im Supermarkt nebenan noch ein paar Dinge für zu Hause einkauft und dass umgekehrt auch einige hungrige Supermarkt-Kunden im Bistro Lust auf einen Imbiss bekommen.

Bestellt und bezahlt wird vorne an einer langen Theke, die einen freien Blick in die offene Küche gewährt. Hier stehen übrigens heute die Männer am Herd. Die frischen Zutaten kommen aus dem Supermarkt nebenan und werden allesamt vor den Augen der neugierigen Kundschaft zubereitet.

Kochen vor den Augen der Kundschaft? Das Selbstbedienungskonzept dürfte vielen nicht unbekannt vorkommen. Dahinter steckt nämlich der Vapiano-Gründer Mark Korzilius, ein System-Gastronom erster Klasse. Sein Vapiano-Konzept zählt in der Branche zum Innovativsten, was die Gastro-Industrie seit Jahrzehnten hervorgebracht hat. Für Rewe ist Korzilius also ein Glücksgriff, der mit seinem Erfolg die neue Bistro-Kette bestäuben soll. Der Lebensmittelhändler hatte ihn schon in der Entwicklungsphase an Bord geholt. Jetzt und inzwischen marktreif wird das Konzept in Eigenregie umgesetzt.

Und das kann sich durchaus sehen lassen. Frische weiße Rosen stehen mit kleinen Essig- und Ölkaraffen auf den großen langen Tischen. Die Hintergrundmusik ist nicht zu laut und nicht zu aufdringlich. Die Speisekarte stehen unter anderem Linsensalat mit roter Beete und Ziegenkäse für 6,50 Euro, Tandoori-Curry für 6,90 Euro und eine Lunchbox mit Roastbeef und Kartoffelsalat für 6,50 Euro. Einen Latte Macchiato für 3,20 Euro muss man sich in Eigenregie mit einem Nespresso-Pad am Automaten zubereiten. Immerhin gibt's aber einen kleinen Crashkurs für den hochglanzpolierten Apparat: „Darf ich Ihnen behilflich sein?“, spricht mich die nächste freundliche Mitarbeitern an, bevor sie sich umdreht und ihren Kolleginnen zu ruft: „Macht euch schonmal warm, wenn jetzt gleich der Ansturm kommt.“

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„Macht euch warm, wenn gleich der Ansturm kommt“

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„Einfallslose Salate in die Kühltheke schleudern reicht nicht“

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