Rewe und Alltours steigen um
Tuifly laufen die Großkunden weg

Die beiden Fluggesellschaften des Reiseveranstalters Tui firmierten bislang unter völlig unverdächtigen Namen. Doch nun hat der deutsche Branchenprimus seine Töchter in Tuifly umbenannt. Das gefällt den Konkurrenten Rewe und Alltours gar nicht – aus verständlichen Gründen.

HB FRANKFURT. „Wir sind ebenfalls nicht glücklich über die Umbenennung der Fluggesellschaften in „Tuifly'“, sagte eine Sprecherin der Pauschalreisesparte von Rewe am Montag. „Wir überprüfen derzeit unsere aktuellen Verträge mit Tui. Wir wollen künftig unsere Reisenden möglichst nicht in Maschinen mit dem Tui-Logo fliegen“, erläuterte sie. Die Rewe-Gruppe ist drittgrößter Touristikanbieter in Deutschland. Zur Pauschalsparte gehören die Veranstalter ITS, Tjaereborg und Jahn Reisen mit jährlich gut 2 Mill. Urlaubern.

Europas größter Reisekonzern Tui hat kürzlich seine beiden deutschen Fluggesellschaften Hapagfly und HLX zusammengelegt und dafür den Markennamen „Tuifly“ eingeführt, der künftig auch in anderen Ländern eingesetzt werden soll. Die Maschinen von Hapagfly wurden bislang auch von anderen Reiseveranstaltern gebucht.

„Wir wollen nicht, dass unsere Kunden künftig mit Tui-Werbung berieselt werden“, sagte die Rewe-Touristik-Sprecherin. Ebenso hatte sich Alltours-Chef Willi Verhuven in einem Interview geäußert. „Wir kappen unsere Verbindungen mit den Tui-Fluggesellschaften und ändern deshalb gerade unsere Flugpläne“, sagte Verhuven der „Welt“ (Montagausgabe). Alltours hat für die Sommersaison rund 200 000 Flugplätze bei Tui gebucht.

Verhuven will seine Gäste künftig häufiger mit der LTU, Condor und Air Berlin ans Ziel bringen. Zudem prüft Alltours, ob in Zukunft mehr Pauschalreisende mit Billigfluggesellschaften wie Germanwings oder auch Easyjet fliegen können. „Das Geschäft lässt sich sicher noch ausbauen“, sagte Verhuven. Mit Alltours fliegen jährlich 1,5 Mill. Urlauber; der Umsatz liegt bei mehr als 1 Mrd. Euro.

Verhuven hatte seine Überlegungen bereits vor einer Woche in einem Fachmagazin präsentiert. Tui hatte daraufhin erklärt, der Konzern habe eine langfristige Strategie und werde mögliche kurzfristige Ausfälle mit eigenen Urlaubern überbrücken. Tui befördert nur einen Teil seiner Urlauber mit eigenen Flugzeugen. Zudem solle das so genannte Einzelplatzgeschäft angekurbelt werden, das heißt die direkte Buchung ohne Umweg über einen Pauschalreisen-Veranstalter.

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