Rheinfels-Hotelier Gerd Ripp vereint Kapitalbedarf und Kundenbindung: Aktien nur für Stammgäste

Rheinfels-Hotelier Gerd Ripp vereint Kapitalbedarf und Kundenbindung
Aktien nur für Stammgäste

Schlossherr und Hotelier Gerd Ripp hat seinen Wunsch nach mehr Kapital mit der Tugend eines ungewöhnlichen Kundenbindungsprogrammes verbunden: Seine Stammgäste werden über die „Rheinfels-Aktie“ zu Anteilseignern.

ST. GOAR. Schlossherr zu sein, ist ein Kapital fressender Stolz. Gerd Ripp kann davon ein Lied singen: Ihm gehört die Burg Rheinfels, ein trutziges Gemäuer hoch über dem Strom, nahe der berühmten Loreley. Ripp ist Hotelier, was seinen Kapitalbedarf eher noch vergrößert. Doch woher nehmen? Der Schlossherr hat seine Not mit der Tugend eines ungewöhnlichen Kundenbindungsprogrammes verbunden: Seine Stammgäste werden über die „Rheinfels-Aktie“ zu Anteilseignern.

Wann immer ein Gast an der Rezeption des Vier-Sterne-Schlosshotel Rheinfels die „Diamond Card“ des Hauses zückt, weist er sich als guter Kunde und als stiller Teilhaber aus. Er ist nicht wirklich Aktionär, aber Inhaber von Genussscheinen: Mindesteinlage 5 000 Euro, maximum 50 000 Euro, festgelegt für 2,5 und 4,8 Prozent Zinsen je nach Zeit und Summe für wahlweise drei, fünf oder zehn Jahre.

Die Zinserträge sind bescheiden, gibt der Schlossherr unumwunden zu. Aber er will ja auch mehr bieten, als eine bloße Geldanlage. Hinzu kommen „1 A-Privilegien“: Champagner und ein Rosenbukett im Zimmer, Rabatte auf Hotel- und Restaurantrechnung. Und vielleicht eine Nacht in der Fürstensuite des Hauses zum normalen Doppelzimmer-Tarif. Hinzu kommt noch ein Vip-Geburtstagsgeschenk und ein jährlicher Treff der Diamond-Card-Inhaber, bei dem Küchenchef Rudi Staiger zeigt, was er kann.

Einer der Aktionäre ist Manfred Herzog, Handwerksmeister aus dem vom Schloss rund 100 Kilometer entfernten Idar-Oberstein. Für ihn waren es die Privilegien, die ihn – seit 20 Jahren Gast im Haus – zum Rheinfels-Aktionär werden ließen: „Der Zinssatz ist nicht so hoch, aber wenn man immer wieder gerne in das Hotel kommt, freut man sich doch über die besondere Behandlung.“ Für Gerhard Stümper, Chef eines landwirtschaftlichen Betriebes im nahen Hunsrück geht die schmale Rendite angesichts der Talfahrt an den Aktienbörsen in Ordnung. Er freut sich, dass mit seinem Geld das Hotel ausgebaut wird – jetzt gerade mit einem großzügigen Wellnessbereich.

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