Rheinland-Pfalz will Zweibrücken loswerden
Flughafen zu verkaufen

Rheinland-Pfalz will den Flughafen Zweibrücken loswerden. Der Airport muss Millionen an Subventionen zurückzahlen. Nun wirbt das Land mit Zeitungsanzeigen um Investoren – einige haben offenbar schon angebissen.
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DüsseldorfDie Lage: Mitten in Europa. Einwohner im Einzugsgebiet: rund 15 Millionen im Umkreis von 200 Kilometern. Städte im Umkreis: Frankfurt, Mainz, Saarbrücken und Wiesbaden.

Mit solchen schönen Fakten wirbt derzeit die Landesregierung von Rheinland-Pfalz für den Flughafen Zweibrücken. Denn der insolvente Airport steht zum Verkauf. Bis zum 22. September können sich potenzielle Käufer bei einem Münchener Beratungsunternehmen melden.

In dieser Woche wurde der Flughafen sogar in Anzeigen in überregionalen deutschen Tageszeitungen und der „Financial Times“ beworben. Wer das beste Angebot abgebe, erhalte den Zuschlag. Doch die Unterlagen zum Investorenprozess, die die Perspektiv GmbH auf ihrer Webseite veröffentlicht hat, offenbaren Interessenten bereits viele Argumente gegen den Kauf.

Allein die Konkurrenz von Zweibrücken könnte Interessenten abschrecken: Im Umkreis von 200 Kilometern wohnen eben nicht nur 15 Millionen potenzielle Passagiere, sondern finden sich mit Saarbrücken (32 Kilometer), Karlsruhe/Baden-Baden, Frankfurt-Hahn, Stuttgart und dem Drehkreuz Frankfurt (182 Kilometer) gleich fünf weitere Airports.

Trotzdem gibt es offenbar eine rege Nachfrage für Zweibrücken. Das sagte der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) am Donnerstag. Es werde eine gute Anzahl an Bewerbungen erwartet, ließ Lewentz nach einem Gespräch mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Jan Marcus Plathner verlauten.

Vor dem Start des Verkaufsprozesses hatte bereits Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) Optimismus verbreitet. „Die Hoffnung in Zweibrücken ist natürlich, dass einer von denjenigen, die immer schon Interesse gezeigt haben, tatsächlich auch ein Angebot abgibt“, sagte Dreyer. Der Flughafen gehört derzeit jeweils zur Hälfte dem Land und dem Zweckverband Entwicklungsgebiet Flugplatz Zweibrücken (ZEF), einem Zusammenschluss von angrenzenden Gemeinden und Landkreisen.

Im Juli hatte die EU-Kommission signalisiert, dass der verschuldete Flughafen staatliche Beihilfen ans Land zurückzahlen muss. Der Airport stellte einen Insolvenzantrag, weil er die bis zu 56 Millionen Euro nicht aufbringen kann. Der Flugbetrieb geht zunächst aber bis Anfang November weiter.

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Millionenverlust im Jahr 2013

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  • Wenn der Airport dann verkauft ist können die ja die Herren Wowereit & Platzeck einstellen. Zumindest in den Vorstand bringen. Das verkürzt dann die Todesqualen vom Airport denn die wirtschaften den schnell in die Pleite.

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