Richard Lutz ist gewählt
Acht Aufgaben für den neuen Bahnchef

Richard Lutz ist der neue Bahnchef. Der Zahlenmensch bleibt dabei in der Zwickmühle: Die Bahn muss investieren, aber die Schulden im Griff behalten. Diese dringenden Aufgaben warten bereits auf ihn.
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BerlinEinmal ist er Bahnchef Rüdiger Grube sogar aufs Klo gefolgt. Als neue Waschräume am Bahnhof Zoo präsentiert wurden, war auch Grubes Finanzchef Richard Lutz dabei. „Einer allein hätte es nie gepackt“, berichtete Lutz über das Berliner Projekt. „Es ging eigentlich nur mit Mannschaftsspiel.“ An diesem Mittwoch ist der Teamplayer aus dem Hintergrund auf den Chefposten des Konzerns mit 300.000 Beschäftigten gerückt. Der Aufsichtsrat wählte ihn wie erwartet zum Nachfolger von Grube, der den Konzern im Januar im Streit um seine Vertragsverlängerung verlassen hatte.

Lutz erhielt einen Fünf-Jahres-Vertrag und soll auch parallel Finanzvorstand bleiben, wie die Bahn mitteilte. Er hatte bereits kommissarisch den Staatskonzern geführt. Er ist seit 1994, also seit der Gründung der Deutschen Bahn AG, im Konzern. Seit 2010 ist er Finanzvorstand. Es warten gewaltige Aufgaben auf den 52-Jährigen - und ohne Zusammenarbeit wird es auch dabei nicht gehen.

1. Zukunft Bahn

Es ist zu erwarten, dass Lutz den Kurs Grubes erst einmal fortführt, vor allem das laufende Programm „Zukunft Bahn“, mit dem Service und Qualität für die Kunden verbessert und die Güterbahn aus ihrer Krise geführt werden soll. Dieses hat mehrere Bestandteile:

2. Pünktlich werden

2016 wurde das Ziel knapp verfehlt, dass 80 Prozent der Fernzüge pünktlich sein sollen - wobei die „Unpünktlichkeit“ nach Bahn-Definition erst sechs Minuten nach der Fahrplanzeit beginnt. Langfristiges Ziel sind 85 Prozent. Dafür ist einiges angeschoben, etwa Störungssensoren für Weichen und besser gebündelte Bauvorhaben. Und die Türen schließen jetzt 20 Sekunden, bevor der Uhrzeiger auf Abfahrtzeit springt.

3. Kunden besser informieren

Immer mehr Bahnsteige erhalten mehrzeilige Zuganzeiger, damit Kunden früher sehen, ob sie richtig stehen. 108 Bahnhöfe bekommen bis 2020 neue „DB Information“-Stände, wo es neben persönlicher Beratung Selbstbedienungsschalter gibt. Die Reiseauskunft per Internetseite und App wird mit aktuellen Verkehrsdaten gefüttert, um schnell entscheiden zu können. Auch die zweite Klasse im ICE hat kostenloses WLAN erhalten.

Immer mehr Bahnsteige erhalten mehrzeilige Zuganzeiger, damit Kunden früher sehen, ob sie richtig stehen. 108 Bahnhöfe bekommen bis 2020 neue „DB Information“-Stände, wo es neben persönlicher Beratung Selbstbedienungsschalter gibt. Die Reiseauskunft per Internetseite und App wird mit aktuellen Verkehrsdaten gefüttert, um schnell entscheiden zu können. Auch die zweite Klasse im ICE hat kostenloses WLAN erhalten.

4. Mehr Qualität in Zug und Bahn

Immer mehr Fernzüge kommen zum „Reset“, einer Grundreinigung mit Reparaturen und teils Sitzaustausch. Nach und nach löst der neue ICE4 ältere ICE-Züge auf den wichtigen Strecken ab. Zusätzliches Geld fließt, um große Bahnhöfe besser zu putzen, Sensoren sollen Störungen an Fahrstühlen und Rolltreppen melden.

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