Richemont

Luxusgüterkonzern mit Gewinnsprung

Der Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont kann ein Plus von 67 Prozent gegenüber dem Vorjahr verbuchen – dank Sondereffekten. Bei Umsatz und operativem Geschäft musste der Konzern jedoch Einbußen hinnehmen.
Zu dem Schweizer Luxusgüterkonzern gehören neben dem Edeljuwelier Cartier, auch die Marken IWC oder Piaget. Quelle: AFP
Juwelier Cartier

Zu dem Schweizer Luxusgüterkonzern gehören neben dem Edeljuwelier Cartier, auch die Marken IWC oder Piaget.

(Foto: AFP)

ZürichDie Terroranschläge in Europa haben tiefe Spuren im Ergebnis des Luxusgüterkonzerns Richemont hinterlassen. Der Gewinn stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/16 zwar dank Sondereffekten um 67 Prozent auf 2,23 Milliarden Euro, wie der hinter der französischen LVMH Gruppe zweitgrößte Anbieter von Luxuswaren am Freitag mitteilte. Beim Umsatz und im operativen Geschäft verbuchte Richemont jedoch Einbußen. Konzernchef Richard Lepeu räumte ein, dass sich die Lage seit November merklich verschlechtert habe. „Bis dahin war der Wachstumsmotor definitiv Europa“, sagte Lepeu in einer Telefonkonferenz. „Der Gegenwind ist sehr stark, vor allem bei Uhren.“ Europa ist mit einem Umsatzanteil von 31 Prozent hinter Asien-Pazifik mit 36 Prozent der zweitwichtigste Markt.

Im November waren bei Anschlägen in Paris und im März in Brüssel viele Menschen umgekommen, was sich vor allem auf das Geschäft mit Touristen negativ ausgewirkt hat. Stiegen die Verkäufe im ersten Halbjahr noch um 26 Prozent, gingen sie in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres um fünf Prozent zurück. Insgesamt sanken die Erlöse aus dem Verkauf von Cartier-Schmuck, Edeluhren der Marken Piaget und IWC sowie edlen Schreibutensilien und Ledermode 2015/16 zu konstanten Wechselkursen um ein Prozent auf 11,1 Milliarden Euro. Der Anstieg des Konzerngewinns war vor allem dem Zusammenschluss der Online-Tochter Net-A-Porter mit der italienischen Yoox, der zu einem einmaligen Buchungsgewinn von 639 Millionen Euro führte, geschuldet. Zudem war das Ergebnis im Jahr zuvor wegen Buchverlusten mit Finanzinstrumenten um mehr als ein Drittel eingebrochen.

Das sind die Hauptstädte des Luxus
Die Hauptstädte des Luxus
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Gerade für Luxus-Shopper aus den USA und noch mehr aus China sind die Millionenstädte in Europa derzeit besonders attraktiv – für sie ist der Wechselkurs sehr günstig. Das zeigt eine Studie der Beratungsfirma Bain & Company und des italienischen Luxusgüterverbands Fondazione Altagamma. Diese Städte sind die Hauptstädte des Luxus:

Platz 10: Moskau
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Trotz Wirtschaftskrise in Russland und der westlichen Sanktionen schafft es Moskau auf Platz zehn der Luxushauptstädte. Allerdings ging der Umsatz der Luxusbranche 2015 in lokaler Währung um zwei Prozent zurück. Hier sind Stücke der russischen Designer Anna Yefremova und Ivan Yershov in ihrem Moskauer Laden zu sehen – mit Putin-Aufdruck.

Platz 9: Dubai
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Dubai, die Stadt aus der Golfregion mit den vielen Superlativen, kommt dieses Jahr schon auf einen Luxusumsatz von drei Milliarden Euro. Sie profitiert von der großen Zahl an Touristen und den vielen Flugreisenden, die im Drehkreuz Dubai umsteigen und die Stadt zu einem Einkauf in den Shoppingmalls nutzen. Hier zu sehen ist die Vogue Fashion Dubai Experience.

Platz 8: München
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München ist die deutsche Stadt mit der größten Dichte an Luxusmarken. Sie konzentrieren sich alle auf der Maximilianstraße und den umliegenden Einkaufsstraßen. München erzielt dieses Jahr einen Luxusumsatz von vier Milliarden Euro. Damit liegt die bayerische Hauptstadt vor den anderen heimischen Zielen für Luxus-Einkäufer, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und Berlin.

Platz 7: Mailand
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Die italienische Wirtschaftsmetropole Mailand ist nach Paris und London die drittgrößte Luxus-Stadt in Europa. Die Stadt, in der Konzernzentralen von Prada über Armani bis Dolce & Gabbana sitzen, setzt in diesem Jahr fünf Milliarden Euro mit teurer Mode & Co. um.

Platz 6: Hongkong
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Eine Macht im Geschäft mit Feinem und Teurem für den persönlichen Bedarf ist auch Hongkong. Die ehemalige Kronkolonie Großbritanniens schafft mit 6,8 Milliarden Euro deutlich mehr als die europäische Modemetropole Mailand.

Platz 5: Seoul
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Die südkoreanische Hauptstadt Seoul kommt auf einen Umsatz von acht Milliarden Euro. Der Luxusumsatz des ganzen Landes wuchs in diesem Jahr immerhin in lokaler Währung um vier Prozent.

Eine schnelle Belebung des Geschäfts erwartet Lepeu indes nicht. „Wir bezweifeln, dass sich das Umfeld kurzfristig deutlich verbessert“, sagte der Konzernchef. Im April sanken die Verkäufe um 15 Prozent. Alle Regionen bis auf den Nahen Osten und Afrika hätten sich negativ entwickelt. Asien sei erneut schwach gewesen, weil sich Hongkong und Macao nicht erholt hätten. In Asien seien die Vertriebspartner vor allem bei Uhren noch immer mit dem Abbau ihrer Verkaufslager beschäftigt, sagte Lepeu.

Bei der Stange will der Luxusgüterkonzern die Anleger mit einer um sechs Prozent höheren Dividende von 1,70 Franken je Aktie halten. Richemont wolle auch in Zukunft in guten wie in schlechten Zeiten die Dividende deutlich erhöhen, sagte Finanzchef Gary Saage. Aktienrückkäufe lehnt er dagegen ab. Diese seien aus steuerlichen Gründen für Aktionäre nicht attraktiv.

An der Schweizer Börse verlor die Richemont-Aktie in einem festen Markt 2,6 Prozent auf 60,05 Franken. Analysten beurteilten vor allem den Betriebsgewinn als Enttäuschung.

  • rtr
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