Richemont
Luxusgüterkonzern tauscht die Führung aus

Die Schmuck- und Uhrenhersteller sehen sich zurzeit in einer schwierigen Lage. Der Schweizer Richemont-Konzern bekommt das deutlich zu spüren und tauscht deswegen seine Führung aus.

ZürichNach einer längeren Nachfrageflaute bei teuren Uhren und edlem Schmuck wechselt der Luxusgüterhersteller Richemont seine Führung aus. Der langjährige Konzernchef Richard Lepeu geht im März in Pension, wie der Genfer Konzern am Freitag mitteilte. Finanzchef Gary Saage gibt seinen Posten Ende Juli 2017 ab und wird dann durch Vize-Finanzchef Burkhart Grund ersetzt. Ein neuer Konzernchef ist noch nicht bestimmt. Bis dahin übernimmt Verwaltungsratspräsident Johann Rupert die Aufgaben des Konzernlenker als exekutiver Präsident wahrnehmen.

Zudem nehmen neun Verwaltungsratsmitglieder auf der Generalversammlung im September 2017 den Hut. Der Konzern habe seine Führungsstruktur überdacht und wolle mit den Änderungen auf die Herausforderungen reagieren, die der rasche Technologiewandel auch auf sein traditionelles Geschäftsmodell habe, erklärte Richemont.

Im ersten Halbjahr ging vor allem die Nachfrage nach teuren Uhren erneut zurück. Zudem lasteten außerordentliche Aufwendungen für Rücknahmen vor allem von Uhren von Händlern auf dem Ergebnis. Dabei nimmt der Konzern von Händlern unverkaufte Produkte zurück und schreibt ihnen dafür den Gegenwert gut. Der Gewinn brach in den Monaten April bis September um 51 Prozent auf 540 Millionen Euro ein, der Umsatz sank um 13 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro.

Für die weitere Entwicklung sieht sich Richemont aber gut aufgestellt. Die Uhrenrückkäufe seien weitgehend beendet und wenig produktive Geschäfte sollen geschlossen werden, sagte Präsident Johann Rupert. „25 Geschäfte haben wir bereits zugemacht. Weitere 25 werden bis Ende Jahr noch geschlossen“, sagte Finanzchef Gary Saage. Zuversichtlich zeigte er sich auch angesichts der jüngsten Geschäftsentwicklung. Der Oktober sei gut gelaufen.

Der hinter der französischen LVMH zweitgrößte Luxusgüterhersteller verkauft unter anderem Cartier-Schmuck und Edeluhren der Marken Piaget und IWC sowie teure Bekleidung, Lederwaren und exklusive Schreibutensilien. Die Firma bekommt wie andere Luxusgüterhersteller auch zu spüren, dass seit den Terroranschlägen weniger Touristen nach Europa reisen. Zudem sinkt die Zahl der nach Hongkong verkauften Uhren. Die Schweizer Uhrenexporte befinden sich seit nunmehr 15 Monaten im Sinkflug. In den ersten neun Monaten gingen die Ausfuhren wertmäßig um 10,2 Prozent zurück. In den wichtigsten Markt Hongkong sanken sie gar um fast 30 Prozent.

An der Börse kam der Bericht gut an. Die Aktie kletterte um mehr als sechs Prozent. Analysten sagten, das Ergebnis sei operativ besser ausgefallen, als nach der vor einem Monat veröffentlichten Gewinnwarnung erwartet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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