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Richter ebnet Enron den Weg aus der Pleite

Die Gläubiger der Enron Corp. können hoffen, aus den Trümmern des einst größten Energiehändlers der Welt wenigstens einen Teil ihrer Forderungen retten zu können.

je PORTLAND. Der zuständige Konkursrichter Arthur Gonzalez genehmigte jetzt einen Vergleich für das unter Gläubigerschutz nach Artikel 11 des Konkursrechts stehende texanische Unternehmen, nachdem sich die Mehrheit der Gläubiger damit einverstanden erklärt hatte. Laut Enron-Chef Stephen Cooper regelt der Vergleich etwa 63 Mill. Dollar an Forderungen. Die Gläubiger können maximal mit einer Rückerstattungsquote von 20 Prozent rechnen.

Immerhin sollen sie ihr Geld noch in diesem Jahr bekommen. Der Zusammenbruch des Energieriesen vor zweieinhalb Jahren war die größte Pleite in der US-Geschichte. 5 600 Beschäftigte verloren über Nacht ihren Job, der Börsenwert von einst 68 Mrd. Dollar fiel ins Bodenlose. Das viel bewunderte Unternehmen hatte mit Bilanztricks Umsätze und Gewinne aufgebläht und Milliarden an Schulden in privaten Partnerschaften versteckt. Mehrere Top-Manager – darunter der langjährige Vorstandschef und Freund von US-Präsident George W. Bush, Kenneth Lay – wurden wegen krimineller Vergehen angeklagt.

Viel ist vom Enron-Imperium nicht mehr übrig. Pipelines und der Energieversorger Portland General Electric haben bereits Käufer, den Energiehandel haben andere Firmen übernommen, und eine Reihe ausländischer Enron-Töchter wartet auf Käufer. Selbst wenn Enron zum Jahresende die Gläubiger abfindet und das Vergleichsverfahren abschließt, wird nach Aussage von Analysten wenig mehr bleiben als eine Verwertungsgesellschaft und eine Fülle von Klagen und Gegenklagen. Die Firma klagt selbst gegen Buchprüfer und Investmentbanken, die bei den früheren Machenschaften mitspielten.

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