Rio 2016
Kein Olympia-Geldsegen für Adidas, Nike und Co.

Mehr Geld verdienen die großen Sportartikelkonzerne nicht mit Olympia. Im Gegenteil: Zunächst kostet das Ringespektakel. Doch die Hersteller wie Nike oder Adidas haben ohnehin anderes im Sinn.

HerzogenaurachEs ist die bedeutendste Event-Bühne für die Sportartikelindustrie, doch das große Geschäft wird wohl wieder ausbleiben. In Rio starten vom 5. August an mehr als 10.000 Athleten bei den ersten Olympischen Spielen in Südamerika. Sie werden die neuesten und buntesten Schuhe, Trikots, Leibchen, Trainingsanzüge, Sport-BHs, Gymnastikbodys und Schwimmanzüge auf der größten Modenschau der Welt vor Milliarden von TV-Zuschauern vorführen. Festspiele auch für die Sportartikelindustrie?

„Das ist positiv für den gesamten Sport, aber in Umsätzen kann man das seit Jahren nicht erkennen“, sagt Werner Haizmann, Präsident des Verbands Deutscher Sportfachhandel (VDS). Anders als bei einem Fußball-Großereignis oder anderen populäreren Einzelsport-Turnieren bleibe das große Geschäft mit den entsprechenden Sportutensilien bei Olympia aus.

Auf den ersten Blick und oberflächlich betrachtet seien die Fußball-Topevents und Olympia zwar ähnliche sportliche Großereignisse, sagt Fondsmanager und Branchenkenner Thomas Jökel von der Union Investment. „Aber wenn Usain Bolt den 100-Meter-Lauf gewinnen sollte, wird das keine dramatischen Käufe von Puma-Laufschuhen nach sich ziehen“, betont er.

Die Masse an Disziplinen während Olympia sei dafür zu breitgefächert. Und Sportarten wie Diskuswurf, Bogenschießen und Bahnradfahren sind keine Massensportarten. „Aber natürlich ist Olympia eine Marketing-Plattform, um sich zu präsentieren – wenn auch nicht so gewinnkommerziell wie bei einer Fußball-EM oder -WM“, sagt Jökel.

Noch-Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer, der unmittelbar nach Olympia den Staffelstab an seinen Nachfolger Kasper Rorsted weitergeben wird, sieht das Ringespektakel von der Bedeutung aber dennoch noch eine Stufe über den Fußball-Großereignissen. „Olympia ist viel umfassender, weil alle Facetten des Sports angesprochen werden. Fußball ist sehr populär, aber nicht jeder ist ein Fußball-Fan“, urteilte er im Vorfeld der vergangenen Olympischen Spiele 2012 in London.

Die Vielseitigkeit des Sports könne Adidas vor allem bei Olympia darstellen. Mit den Sommerspielen sei Sport 17 Tage lang in aller Welt ein Riesenthema. „Das führt oft dazu, dass die Menschen sich vornehmen, fitter sein zu wollen – und dazu kaufen sie dann natürlich die entsprechenden Produkte“, sagt eine Adidas-Sprecherin.

Seite 1:

Kein Olympia-Geldsegen für Adidas, Nike und Co.

Seite 2:

Rigorose Vorschriften für Sportler und Sponsoren

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%