Riskante Spekulation der Heizölverbraucher
Benzinpreise pendeln unter den Höchstwerten

Auf dem deutschen Tankstellenmarkt setzt sich die Wellenbewegung der Benzin- und Dieselpreise fort. Dabei pendeln sich die Preise nach Feststellung des Energieexperten Heino Elfert vom Energie Informationsdienst (EID) unter den Spitzennotierungen ein.

HAMBURG. Mit dem Ende der Urlaubszeit in den USA ist die durch die US-Nachfrage nach Benzin in Rotterdam ausgelöste Benzinpreisrally zu Ende, begründet Elfert seine Einschätzung.

Seit der jüngsten Benzinpreiserhöhung der Konzerne vom vergangenen Mittwoch um drei bis fünf Cent je Liter sind die Preise wieder abgebröckelt. Durchschnittlich kostet der Liter Normalbenzin derzeit 1,12 Euro, Super 1,14 Euro und Diesel 94 Cent. Es war dies die neunte Preiserhöhungsrunde innerhalb von vier Wochen, der 18 Tage mit Preissenkungen gegenüberstanden.

Dabei, so Esso-Sprecher Karl- Heinz Schult-Bornemann, gaben in den vergangenen Wochen die deutschen Tankstellenpreise von Benzin und Diesel um bis zu sieben Cent pro Liter nach, während die Beschaffungskosten in Rotterdam nur um knapp drei Cent pro Liter sanken. Ursächlich für diese Diskrepanz sei der scharfe Wettbewerb auf dem deutschen Markt, kommentiert Schult-Bornemann.

Nur kurz aufatmen konnten die deutschen Verbraucher von Heizöl. Bei deutlich rückläufigen Beschaffungskosten, so der Fachdienst europe oil telegram (eot), hatten die Endverbraucherpreise für leichtes Heizöl im internationalen Geschäft und am deutschen Großhandelsmarkt bei weiter schwacher Nachfrage um mehr als einen Euro je 100 Liter auf 43 Euro nachgegeben. Derzeit liegen sie aber bei Abnahme von 3 000 Litern schon wieder bei knapp 44 Euro je 100 Liter. Damit liegt das Preisniveau um rund ein Viertel über dem Vorjahreszeitraum. Hinzu kommt: Ende Juli dieses Jahres lag der Bevorratungsgrad der privaten Verbraucher erst bei 54 Prozent. Üblich ist in dieser Zeit eine Bevorratung von 61 Prozent. Offensichtlich spekulieren die Käufer auf sinkende Preise.

Ob diese Erwartung aufgeht, ist offen. Vielmehr könnte es zu weiteren Preissteigerungen kommen, wenn die Nachfrage nach leichtem Heizöl mit Beginn der kühleren Jahreszeit steigt. Zumal auch die USA wie in den Vorjahren im Herbst auf dem europäischen Markt in Rotterdam als Heizölkäufer auftreten dürften, um die amerikanischen Versorgungslücken zu decken.

Trotz der Entspannung an den Ölmärkten in den letzten Tagen, bleibt das Rohölpreisniveau hoch. Der Korbpreis für die sieben Sorten der Organisation Erdöl exportierender Staaten beträgt 39,12 Dollar je Barrel (159Liter).

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