Ritter Sport gegen Stiftung Warentest: Die Macht der Tester ist gebrochen

Ritter Sport gegen Stiftung Warentest
Die Macht der Tester ist gebrochen

Hersteller zittern regelmäßig vor dem Urteil der mächtigen Stiftung Warentest. Ritter Sport hat dennoch gegen ein schlechtes Testergebnis erfolgreich geklagt. Das trauen sich nur wenige Firmen.
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München/BerlinDer Streit zwischen dem Schokoladenhersteller Ritter Sport und der Stiftung Warentest wird von vielen Firmen in Deutschland aufmerksam verfolgt. Auf den ersten Blick geht es zwar nur um einen winzigen Tropfen Vanillearoma in einer Nuss-Schokolade von Ritter Sport - und um die Frage, ob dieses künstlich oder chemisch ist. Dahinter aber steckt viel mehr.

Für Ritter Sport hat sich die Auseinandersetzung mit der mächtigen Verbraucherschutzorganisation erstmal gelohnt: Das Landgericht München verbot der Stiftung Warentest am Montag unter Androhung einer Strafe von 250.000 Euro die kritische Bewertung einer Vollmilch-Nuss-Schokolade. In der Urteilsbegründung äußerte das Gericht Zweifel daran, dass der Test fair abgelaufen sei. Die Note fünf im Zeugnis wurde wegradiert.

Ein solcher Erfolg gegen die Stiftung Warentest ist aber die große Ausnahme. Seit 50 Jahren zittern die Hersteller von Kindersitzen, Sonnencremes oder Fahrradhelmen vor der Stiftung Warentest wie die Autofahrer vor dem TÜV. Anders als beim TÜV ist das Nachbessern von Fehlern bei einem vernichtenden Urteil der Stiftung Warentest aber schwierig. Der Imageschaden bei einer schlechten Bewertung ist sofort da und bleibt lange bestehen, auch wenn das Produkt überarbeitet wird.

Auf einen Gerichtsstreit mit der Stiftung Warentest lassen sich aber die wenigsten Firmen ein: Geht der Prozess verloren, wird die Firma erst recht durch den Kakao gezogen. Durchschnittlich ziehen nach Angaben von Stiftung Warentest nur vier bis fünf Firmen pro Jahr vor Gericht - bei 2000 getesteten Produkten ist das ziemlich wenig. „Wir mussten noch nie Schadenersatz zahlen“, betont eine Sprecherin.

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Urteil sorgte für ein Erdbeben

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  • @Duftnase
    "Bei Aromen liegen die Verunreinigungen tatsächlich im Prozentbereich." Wieder eine unzulässige Verallgemeinerung. Selbstverständlich gibt es Aromen, die in höherer Reinheit darstellbar und käuflich zu erwerben sind - darunter auch Vanillin.
    Bei Naturextrakten ist dies natürlich schwierig.
    "legen Sie mir eine Aussage in den Mund,"
    Nein. Das haben Sie gemacht. Statistiker hat eine Aussage über Strukturformeln gemacht und darüber, dass Verbindungen mit gleicher Strukturformel ununterscheidbar sind. Sachlich könnte man da noch ein paar Haare spalten, aber Sie haben ihm völlig unsachlich "Hauptstoff" und "Vanille-Extrakt" untergeschoben.
    Von Vanille-Extrakt hatte er nämlich nicht gesprochen.

    "Vanille-Aroma besteht eben nie nur aus Vanillin." Ja, es sei denn es ist Vanillin. Dann nämlich besteht es aus Vanillin. Ehrlich.

    Wenn Sie ständig Extrakt, Aroma und Substanz vermischen, dann verstehe ich Ihre Skepsis in Bezug auf Reinheit: Bei Mischungen kommt selten etwas "reines" heraus.

    "Aber jetzt endlich mal zurück zum eigentlichen Thema:"
    Gute Idee.
    Leider finde ich Ihr darauf folgendes Zitat nicht im Artikel wieder. Woher haben Sie diese Information?
    An die von Warentest beanstandete Auszeichnung erinnere ich mich so: "natürliches Aroma (Piperonal)".
    Daraus hat die Warentest gefolgert, dass es nicht natürlichen Ursprungs sein könne, weil es dann zu teuer wäre. Das ist eine abenteuerliche Spekulation.
    Sie schreiben nun, es gehe gar nicht um die Herkunft des Piperonals, sondern um ein (natürliches?) Vanille-Aroma, dem (künstliches?) Piperonal zugegeben wird. Woher haben sie das?

    Und wie macht dann die eidesstattliche Versicherung von Symrise Sinn: “the flavor supplied by Symrise does not contain any “che­mi­cal­ly” manu­factured piperonal" ?
    Offenbar handelt es sich hier um einen Naturextrakt, der eben auch (!) Piperonal enthält. Nix zugesetzt.

  • @samweis:

    Ich will Sie gar nicht daran hindern, unbedingt Recht zu behalten. Aber Sie sollten, anstatt Haare zu spalten, meine Posts im Sinnzusammenhang lesen:

    Bei Aromen liegen die Verunreinigungen tatsächlich im Prozentbereich. Tut mir leid, aber das können Sie auch nicht dadurch wegdiskutieren, indem Sie anderen die Fachkenntnis absprechen.

    "Die Identität von identischen Verbindungen als "unbewiesene Behauptung" darzustellen ist kindisch." Damit legen Sie mir eine Aussage in den Mund, die ich so gar nicht gemacht habe. Kein netter Zug. Ich habe doch wohl recht deutlich, dass es hier nicht nur um den jeweiligen Hauptinhaltsstoff geht: Vanille-Aroma besteht eben nie nur aus Vanillin. Daher ist es dem Körper nicht wurscht, wie das Aroma gewonnen wurde.

    Aber jetzt endlich mal zurück zum eigentlichen Thema:
    "Die eidesstattliche Versicherung von SymRise bezieht sich auf ein Vanillearoma, dem Piperonal zugegeben wird."

    Laut Aromenverordnung ist es erlaubt, ein natürliches Vanille-Aroma auch dann noch als "natürlich" zu bezeichnen, wenn 5% davon künstliches Piperonal sind.

    Dann hätten sowohl die Stiftung Warentest, als auch Ritter-Sport/Symrise recht. Der schwarze Peter liegt letztlich beim Gesetzgeber, der wieder mal sehr industriefreundlich war...

  • "Man müsste sich schon unendlich viel Arbeit machen, um das hinzukriegen - was unmöglich ist. In der Praxis bleibt es aus Kostengründen bei Verunreinigungen im Prozentbereich."
    Prozentbereich???
    Na, herzlichen Glückwunsch!
    Wenn Sie mit Verunreinigungen im Prozentbereich arbeiten, dann gibt es eine ganze lange Reihe von Bereichen in denen Sie leider nicht arbeiten können. Pharmazie ist nur einer davon.
    Wenn Sie in der chemischen Synthese mit Verunreinigungen im Prozentbereich in den Ausgangsstoffen anfangen, dann bekommen sie am Ende leicht eine Ausbeute, die nicht einmal mehr im Prozentbereich ist...

    Die Identität von identischen Verbindungen als "unbewiesene Behauptung" darzustellen ist kindisch.
    Anderen Fahrlässigkeit vorzuwerfen, wenn die eigenen Fachkenntnisse doch sehr wackelig sind, ist - fahrlässig.

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