Ritter wird 60: Schokoladen-Macher mag es klassisch

Ritter wird 60
Schokoladen-Macher mag es klassisch

Ob Knusperkeks, Kakao-Mousse oder Erdbeer-Joghurt: Schokoladen-Fabrikant Alfred Ritter wacht über 25 verschiedene Sorten. Dabei mag er es selbst am liebsten ganz einfach – nicht nur beim Naschen.
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WaldenbuchAm liebsten mag er sie ganz klassisch mit Vollmilch. Der schwäbische Schokoladen-Fabrikant Alfred Ritter ist Herr über zwei Dutzend verschiedene Sorten – seiner Lieblingstafel ist er dennoch seit Jahren treu. Ebenso wie dem quadratischen Format, das die Marke „Ritter Sport“ bekanntgemacht hat. „Es ist keine Änderung angedacht“, betont Ritter immer wieder. Am 1. April wird der Enkel des gleichnamigen Firmengründers 60 Jahre alt.

Seine Gesundheit hat er nicht zuletzt der süßen Nascherei zu verdanken: „Mein Vater war da sehr restriktiv und kontingentierte meinen Konsum“, sagt er. „Doch an der Grundschule fand der Schularzt, dass ich zu dünn sei“. Daraufhin habe er täglich Schokolade bekommen. „Danach ging es mir viel besser.“

Jeden Tag nascht Ritter heute zwar nicht mehr, wie er erzählt. Auswahl hätte er aber genug: 2,5 Millionen Tafeln „Ritter Sport“ verlassen jeden Tag das Werk in Waldenbuch bei Stuttgart. Neben 25 festen Sorten gibt es zusätzlich drei saisonale Varianten im Frühling, Sommer und Winter.

Die quadratische Form erfand seine Großmutter 1932, sein Vater führte 1974 die bunten Farben ein. Seit 2008 – unter Ritters Führung – gibt es auch ein Bio-Sortiment. Kein Wunder, bezeichnet er sich doch selbst als Öko-Freak.

Bereits Ende der 90er Jahre wurde Ritter als Ökomanager des Jahres ausgezeichnet, später folgte der Deutsche Solarpreis. Süßwaren sind nämlich nicht sein einziges Standbein: 1988 gründete er in Karlsruhe die Firma Paradigma, die sich auf Energie- und Umwelttechnik spezialisiert hat. 2000 kam die Ritter Solar in Karlsruhe dazu.

Ritters Bemühen um die Umwelt macht sich auch in der Schokoladen-Produktion bemerkbar. Die Energiesparliste ist lang: „Blockheizkraftwerk, Abwärmeverwertung, gute Isolierungen, automatische Stromabschaltung und Anforderung von Strom, wenn er billig ist“, zählt er auf. „Wir sind ein energieintensives Unternehmen, aber so energieeffizient wie kaum ein anderes.“

Dabei konnte sich Ritter, der mittlerweile der dritte Alfred Ritter an der Spitze des Unternehmens ist, lange nicht vorstellen, die Geschäfte selbst zu führen. Zunächst studierte er zwar Volkswirtschaft, brach dann aber ab, um ein Diplom in Psychologie zu machen. Die Geschicke des Unternehmens lenkte er zunächst nur aus dem Beirat heraus. Doch als 2005 die Ergebnisse schwächelten, übernahm er schließlich das operative Geschäft. Zum Gewinn schweigt er – traditionell. Im vergangenen Jahr verbuchte das Unternehmen mit 345 Millionen Euro allerdings einen Rekordumsatz.

Noch führt Ritter die Schoko-Schmiede zusammen mit seiner Schwester als Eigentümer. Die Kinder – erst selbst hat zwei Söhne und eine Tochter – seien aber bereits jetzt voll integriert, wie er jüngst erzählte.

Ob er der Firma zumindest an seinem Geburtstag den Rücken kehrt oder gar einen Schokoladenkuchen bekommt, bleibt jedoch sein Geheimnis. Fragen zu seinem Ehrentag lehnt Ritter dankend ab. Zu persönlich. Wenn das Wetter mitspielt, dürfte er am heutigen Ostermontag aber genug Zeit zum Entspannen haben. Wobei er das am besten kann? Das ist ebenso klassisch wie sein Schokoladen-Geschmack. „Beim Segeln“, sagt er. Und: „bei einem Glas Rotwein.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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