Roland Berger und seine Kunden im öffentlichen Dienst
Ein Opfer seines Ruhms

Auch sein Lächeln wirkt wie Arbeit. Er pflegt es geradezu, dem Blick seines Gegenübers auszuweichen. Leute, die für ihn arbeiten, berichten, wie es ist, wenn der Chef den Raum betritt: „Da bekommt jeder feuchte Hände.“

DÜSSELDORF. Der Spaßfaktor kann es also nicht sein, der so viele hoch qualifizierte Absolventen noch immer darauf brennen lässt, für das Unternehmen zu arbeiten, das seinen Namen trägt. Dafür gibt es nur eine Erklärung: Der Mann des eisigen Charmes verspricht sehr viel Erfolg.

Roland Berger hat es weit gebracht, sein Unternehmen zählt zu den großen Unternehmensberatungen in Europa, in Deutschland kämpft er mit McKinsey um die Spitze. Doch Roland Berger ist noch mehr: der Über-Berater, ein Star.

Schon 1998 wurde er als möglicher Wirtschaftsminister gehandelt. Vier Jahre später hatte er das Ohr von Kanzlerkandidat Stoiber, von der „Business Week“ den Titel des am besten vernetzten Deutschen verliehen – ein Ehrentitel in einer Branche, in der Beziehungen entscheiden.

„Ich habe keine Macht, aber ich verfüge über Einfluss“, hat Roland Berger mit einer wohl dosierten Portion Understatement kürzlich gesagt. Wenig später folgten die Enthüllungen über zweifelhafte Beraterverträge im Verteidigungsministerium und bei der Bundesanstalt für Arbeit. Damit steht auf einmal das auf dem Spiel, für das Roland Berger und seine Angestellten seit mehr als 30 Jahren geschuftet haben: das wichtigste Kapital des Beraters, der Ruf. „Manch ein Beamter wird es sich jetzt zweimal überlegen, ob er nach dieser Welle noch Berger empfiehlt“, sagt ein Konkurrent.

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