Rossmann und dm
Drogerien wachsen nur mit Qualität

Wenn es um Drogierieartikel geht, scheint die Kauflust der Verbraucher eine Ausnahme von der Regel zu machen: Während der übrige Einzelhandel die Umsätze kaum steigern konnte, legten die Drogeriemärkte Rossmann und dm im zweistelligen Prozentbereich zu. Dies setzt nicht nur den Branchenführer Schlecker unter Druck.

DÜSSELDORF. Überraschung im deutschen Einzelhandel: Während fast die gesamte Branche unter der Kaufzurückhaltung leidet, boomt der Verkauf von Körperpflegemitteln, Haushaltsreinigern und Babynahrung wie nie zuvor.

Nachdem bereits der Branchenzweite nach Schlecker, die Karlsruher Drogeriemarktkette dm, vor wenigen Wochen ein Plus von 13 Prozent für das erste Halbjahr gemeldet hatte, bestätigte Verfolger Rossmann gestern den Trend. In Deutschland sei die Kette in den ersten sechs Monaten um elf Prozent auf 1,14 Mrd. Euro gewachsen, hieß es am Firmensitz in Burgwedel bei Hannover. Im Ausland habe das Plus sogar 28 Prozent betragen.

Schon im vergangenen Jahr erwies sich die Drogeriebranche, verglichen mit dem übrigen Einzelhandel, als ungewöhnlich robust. Bei nahezu konstanter Verkaufsfläche steigerte sie nach Daten der Marktforschungsfirma AC Nielsen den Umsatz um 4,7 Prozent. Zum Vergleich: Deutschlands Lebensmittelverkäufer schafften gerade einmal ein Plus von 1,5 Prozent – und das fast ausschließlich durch die Eröffnung neuer Märkte. „In Sachen Körperpflege gönnt man sich gerne etwas“, meint Handelsexperte James Bacos von der Managementberatung Oliver Wyman (vormals Mercer). „Hier läuft das Geschäft offenbar nach anderen Regeln.“

Die starke Stellung der Drogeriebetreiber dürfte sich bei den Erträgen widerspiegeln. Nach Beobachtungen des Statistischen Bundesamtes gelang es ihnen als einzige Handelsbranche nachweislich, bereits Monate vor der Mehrwertsteuererhöhung Preiserhöhungen durchzusetzen. Weitere Preisanhebungen folgten. Im zweiten Quartal 2007 sei ein zusätzlicher Nachschlag beobachtet worden, berichtete das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK auf Anfrage.

Über Ertragszahlen reden die meist inhabergeführten Drogeriemarktketten ungern. dm meldet seit Jahren nebulös, die Marge liege „über einem Prozent“, Rossmann spricht von 2,5 bis drei Prozent – ohne freilich auf die konkreten Kennziffern einzugehen.

dm und Rossmann sind es auch, die am meisten von dem Boom profitieren. „Anders als die meisten übrigen Wettbewerber haben sich die beiden Ketten eine enorme Kompetenz aufgebaut, was von den Kunden honoriert wird“, sagt KPMG-Handelsexperte Johannes Siemes.

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