Rote Zahlen
British Airways bleibt am Boden

Die Fluglinie British Airways hat im ersten Halbjahr rote Zahlen geschrieben. Ein Jahr zuvor hatte die BA noch Gewinne ausweisen können. Die Malaise soll mit den Geschäftskunden zu tun haben. Nun will die Fluglinie ihren Sparkurs verschärfen.
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HB LONDON. British Airways ist in der ersten Jahreshälfte tiefer in die roten Zahlen geflogen als erwartet. Bei dem Lufthansa-Rivalen häufte sich ein Vorsteuerverlust von 326 Mio. Euro (292 Mio. Pfund) an. Ein Jahr zuvor stand noch ein Gewinn von 58 Mio. Euro (52 Mio. Pfund) in den Büchern. BA-Chef Willie Walsh geht für das Gesamtjahr von einem Umsatz-Minus von einer Milliarde Pfund aus und kündigte neue Sparmaßnahmen an.

Im laufenden Geschäftsjahr will British Airways noch einmal Kosten von 145 Mio. Pfund einsparen. Derzeit beschäftigt das Unternehmen weltweit noch 38 700 Mitarbeiter. „Die Umsätze werden in diesem Jahr wahrscheinlich um eine Milliarde Pfund zurückgehen“, sagte Unternehmenschef Willie Walsh. „Da können wir nicht ruhig bleiben, weitere Kostensenkungen sind wichtig.“ Eine Erholung der wirtschaftlichen Lage sei noch nicht in Sicht. Die Airline hatte im kompletten vergangenen Geschäftsjahr bereits einen Rekordverlust von 401 Mio. Pfund gemacht und auf die Kostenbremse gedrückt.

Wegen der Sparpläne befindet sich British Airways im Streit mit den Gewerkschaften. Neben dem Stellenabbau will das Unternehmen auch Gehälter vorübergehend einfrieren. Bis Mitte Dezember wird eine Entscheidung über einen möglichen Streik fallen.

Vorstandschef Walsh zeigte sich für die weitere Geschäftsentwicklung pessimistisch. „Die Fliegerei befindet sich in der Rezession. Der Umsatz dürfte dieses Jahr um eine Milliarde Pfund zurückgegangen sein.“ Deshalb müsse das Unternehmen weiter an der Kostenschraube drehen. Fluggesellschaften leiden unter einem allgemeinen Verfall der Ticketpreise. Besonders schlägt die schrumpfende Nachfrage für das Premium-Segment - die Business und First Class - zu Buche. Wie British Airways versuchen auch andere Unternehmen ihre Kosten zu drücken. Sie schwenken um auf günstigere Flüge oder veranstalten Videokonferenzen.

Analysten gehen davon aus, dass BA das Schlimmste überstanden hat. BA-Aktien legten 6,3 Prozent zu und gaben auch Lufthansa Aufwind. Die Papiere der deutschen Airline gewannen 4,2 Prozent. Der Umsatz von British Airways fiel in den sechs Monaten bis Ende September um fast 14 Prozent auf 4,6 Mrd. Euro (4,1 Mrd. Pfund). Zu dem Vorsteuerverlust hätten vor allem höhere Schulden und Pensionskosten sowie Ausgaben von 48 Mio. Pfund für den Konzernumbau beigetragen, teilte BA weiter mit.

Das Passagiergeschäft ging im Halbjahr um 13,6 Prozent zurück, während der Umsatz je verkauftem Sitzkilometer 12,2 Prozent nachgab. Hier zeichne sich aber nunmehr eine Stabilisierung ab. British Airways bewege sich in der Talsohle des Abschwungs, sagte Walsh weiter. Allerdings stuft er die Bedingungen auf dem Luftfahrtmarkt immer noch als schwierig ein.

Die Luftfahrtindustrie leidet in der weltweiten Rezession unter der Sparsamkeit der Kunden. Auf BA ist zudem der Druck von Billigfluglinien gewachsen, die von der Krise profitieren. So verdiente Ryanair aus Irland im ersten Halbjahr unter dem Strich 80 Prozent mehr.

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