Rote Zahlen
Schlecker will weitere Filialen schließen

Die Drogeriekette Schlecker plant, noch mehr Zweigstellen zu schließen. Verdi rechnet mit mehreren hundert betroffenen Filialen und vielen betriebsbedingten Kündigungen. Das Unternehmen schloss das nicht aus.
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BerlinBei der angeschlagenen Drogeriekette Schlecker stehen im kommenden Jahr einem Bericht zufolge weitere Filialschließungen sowie betriebsbedingte Kündigungen an. „Wir rechnen mit der Schließung von mehreren hundert Filialen“, sagte Achim Neumann, der bei der Dienstleistungsgesellschaft Verdi für die Drogeriemarktkette zuständig ist, der „Welt am Sonntag“. Geschäftsführungsmitglied Lars Schlecker bestätigte gegenüber der Zeitung: „Das erste Quartal wird noch von Schließungen geprägt sein.“

Bisher seien keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen worden, sagte Schlecker. „Wir können aber nicht garantieren, dass das im nächsten Jahr so bleibt.“ Die Gewerkschaft und die Geschäftsführung hatten sich laut „Welt am Sonntag“ am vergangenen Mittwoch am Schlecker-Stammsitz in Ehingen getroffen. Verdi hatte die Initiative dazu ergriffen, weil Mitarbeiter und Betriebsräte über die mangelnde Transparenz bei der Schließung von 600 Filialen im November und Dezember entsetzt gewesen seien.

Das Unternehmen habe die Schließungen oft ohne Ankündigung vorgenommen und den Betriebsrat nicht innerhalb der vorgeschriebenen Fristen informiert. Gerüchte um Geldprobleme wegen leerer Regale in vielen Filialen wies Schlecker zurück: „Es gibt keine Probleme mit Lieferanten, vereinzelte Regallücken schließen sich gerade“, versicherte Meike Schlecker, wie ihr Bruder Lars Mitglied der Geschäftsführung, gegenüber der Zeitung. Die Restrukturierung werde aus eigener Kraft bezahlt.

Ihr Bruder Lars gab sich optimistisch: „Aber 2012 werden wir den Turnaround schaffen.“ Im Juni hatte Lars Schlecker in einem Interview bestätigt, dass die Kette seit drei Jahren Verluste schreibe.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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