Roussely fürt niedrigere Durchleitungspreise
EdF-Chef fordert Aufsichtsbehörde für europäischen Strommarkt

Eine EU-Aufsichtsbehörde für den Strommarkt fordert der Chef von Électricité de France (EdF), François Roussely. In einem Gespräch für das Handelsblatt sagte Roussely: "Der Markt in einer Industrie wie der unseren hat seine Grenzen". Der freie Markt sei zu kurzfristig orientiert, um für ausreichend Investitionen in Stromnetze und Kraftwerke zu sorgen.

PARIS. Deshalb brauche Europa "eine Autorität, der die Verantwortung für die regelmäßige Stromversorgung übertragen wird". Von der zukünftigen deutschen Regulierungsbehörde für den Strommarkt, die Mitte 2004 ihre Arbeit aufnehmen soll, fordert Roussely niedrigere Durchleitungspreise für Strom. Nur dann könne ein Unternehmen wie die EdF-Tochter Yello mittelfristig profitabel werden.

EdF habe seine Ertragskrise überwunden, sagte Roussely weiter. Das Jahresergebnis 2003 werde besser als 2002. Im vergangenen Jahr brach der Nettogewinn des Ex-Monopolisten bei 48 Mrd. Euro Umsatz auf 481 Mill. Euro ein. "2002 war der Tiefpunkt", sagte Roussely. Das würden die Halbjahresergebnisse beweisen, die in dieser Woche vorgelegt werden sollen. Zum ersten Mal in seiner 57-jährigen Geschichte gibt EdF damit einen Einblick in sein Sechs-Monats-Geschäft.

Die deutsche Tochter Energie Baden-Württemberg (EnBW), an der EdF 34,5% hält, sieht Roussely auf dem richtigen Weg. Vorwürfe von Ex-EnBW-Chef Gerhard Goll, EdF habe Zusagen nicht eingehalten, wies Roussely zurück: "Ich möchte unterstreichen, dass EdF alle ihre Verpflichtungen erfüllt hat." Sobald EnBW finanziell saniert sei, werde sich EdF an einer Kapitalerhöhung bei EnBW beteiligen.

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