Rücknahme von Gebrauchtwagen
Quelle baut Autohandel aus

Das Versandhaus Quelle will den Internet-Handel mit Autos weiter ausbauen. Ab sofort werde es beim Kauf eines Wagens auch einen Gebrauchtwagen-Ankaufservice geben, sagte Technik-Vorstand Michael Badke in einem dpa-Gespräch in Nürnberg. Außerdem solle das Sortiment rasch erweitert werden. „Wir meinen es Ernst. Wir wollen eine größere Nummer im deutschen Autohandel werden“, sagte Badke.

HB/dpa NÜRNBERG. Quelle hatte den Autoverkauf gemeinsam mit dem Partner carplus vor einem Monat gestartet. „Die ersten Erfahrungen zeigen, dass wir an den Themen Gebrauchtwagenankauf, Finanzierung und Sortiment arbeiten müssen“, sagte Badke. Bisher werden nur Wagen weniger Marken angeboten. Es handelt sich um Import-Autos aus dem EU-Ausland oder um Wagen mit Tageszulassung in Deutschland. Die Rabatte betragen gegenüber dem Listenpreis bis zu 22 %.

Autokäufer können nach Badkes Angaben künftig ihr altes Fahrzeug zu einem zuvor ermittelten Preis bei dem Händler verkaufen, der den neuen Wagen ausliefert. Das Angebot gelte zunächst für Autos der Marke Ford. Außerdem solle der Kunde bei einer Neubestellung künftig mehr Möglichkeiten haben, die Ausstattung selbst zu bestimmen. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Modelle konfigurierbar zu machen.“ Bislang haben Käufer nur geringe Auswahlmöglichkeiten.

Mittlerweile würden drei bis fünf Autos pro Tag bestellt, sagte Badke. Aber erst bei einer jährlichen Stückzahl „im vierstelligen Bereich“ werde das Geschäft für Quelle lohnend. Badke zeigte sich überzeugt, dass bereits im kommenden Jahr die Gewinnzone erreicht werde. „In zwei bis drei Jahren werden wir einen etablierten Platz im Autohandel haben.“ Parallel dazu solle das Geschäft mit Zubehör ausgedehnt werden.

Einwände von Herstellern und Handel gegen die in Deutschland neue Vertriebsform ließ Badke nicht gelten. „Wir verstehen uns nicht als Feind der Händler“, sagte er. Von Händlergruppen seien bereits Angebote gekommen, mit Quelle zusammenzuarbeiten und die Modellpalette zu erweitern. Von Herstellern habe man „Schreiben mit kritischen Fragen“ erhalten. Es seien bislang aber keine Klagen eingereicht worden.

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