Rückrufaktion der Deutschen Bahn
Zugverspätungen auch in den nächsten Tagen

Neue Probleme bei der Bahn: Die Rückrufaktion der Deutschen Bahn für 167 Neigetechnik-Züge wegen eines technischen Problems hat am Mittwoch zu Verspätungen im Regionalverkehr geführt.

HB BERLIN. Die so genannten Regioswinger der Reihe VT 612 mussten erneut in die Werkstatt, nachdem bei einem baugleichen Typ ein Anriss in der Achskonstruktion entdeckt worden war. Die Dieseltriebwagen sollen nun überprüft werden, sagte eine Sprecherin der Bahn am Mittwoch in Berlin. Schon in den vergangenen Jahren hatte es mehrfach Pannenserien mit Neigetechnik-Zügen gegeben. Auch diese Fahrzeuge waren daraufhin zeitweilig stillgelegt und erst nach einer technischen Überprüfung wieder eingesetzt worden.

In den nächsten Tagen müssen sich Bahnfahrer in mehreren Bundesländern auf Verspätungen einstellen, hieß es. Die Verzögerungen hielten sich am Mittwoch nach Angaben der Bahn im Rahmen. In den meisten Fällen gelang es, mit Hilfe von kurzfristig bereitgestellten Ersatzzügen den Verkehr normal aufrecht zu erhalten. Aus Bayern wurden Verspätungen von bis zu 20 Minuten gemeldet. Nur in Sachsen mussten Fahrgäste auf den Bus umsteigen. Betroffen waren außerdem Strecken in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz.

Bei den zurückgerufenen Zügen werden nun alle Radsatzwellen mit Ultraschall auf mögliche Risse untersucht. Im schlimmsten Fall kann bei einem Riss die Achse brechen. Der Defekt war am Dienstag bei einer Routinekontrolle entdeckt worden. Die Überprüfung wird nach Einschätzung von Experten etwa zehn Tage in Anspruch nehmen. Beim Hersteller, dem kanadischen Bombardier-Konzern, hieß es: „Wir hoffen, dass es sich um einen Einzelfall handelt.“

Wer einen Sparpreis für einen festen Zug gebucht hat, diesen aber wegen der Verspätungen verpasst, muss sich keine Sorgen machen: „Die Karte gilt dann auch für die nächste Verbindung“, sagt Bahn-Sprecher Achim Stauß dem gms-Themendienst. Bei gravierenden Nachteilen wegen Verspätung sei eine Entschädigung auf Kulanzbasis möglich. „Ein Rechtsanspruch besteht allerdings nicht.“

Die 170 Züge zu ersetzen, sei ein logistischer Kraftakt, bei dem immer wieder „kurzfristig disponiert“ werden müsse, sagte der Bahn-Sprecher.

Bei dem VT 612 handelt es sich um einen zweiteiligen Dieseltriebwagen, der bei Bombardier in Hennigsdorf (Brandenburg) gefertigt wird. Diese 2,5 Mill. € teuren Neigetechnik-Züge sind bei der Bahn seit vier Jahren im Einsatz, zumeist auf kurvenreichen Strecken im Nahverkehr. Zunächst fahren jetzt von den insgesamt 192 VT 612-Fahrzeugen der Bahn nur noch 25, die erst kürzlich geprüft wurden. Die Neigetechnik wurde aber auch bei diesen 25 Fahrzeugen vorsorglich abgeschaltet.

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