Rücktrittsgerüchte
Aktionärsschützer setzen Metro unter Druck

Der Handelskonzern Metro solle seine Spitzenpersonalie rasch klären und das „Hickhack“ beenden, fordern Aktionärsschützer. Und bescheinigen Noch-Chef Cordes, „kein glückliches Händchen“ gehabt zu haben.
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DüsseldorfAktionärsschützer fordern eine rasche Weichenstellung beim Vorstandsvorsitz des Handelskonzerns Metro. „Die Unsicherheit, ob der Vertrag von Eckhard Cordes verlängert wird oder nicht, ist nicht gut für das Unternehmen“, sagte Jella Benner-Heinacher, Geschäftsführerin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), am Montag. Aus Aktionärssicht sei eine baldige und klare Entscheidung des Aufsichtsrates wünschenswert, damit die öffentliche Personaldebatte beendet werde. Das „Hickhack“ um die Spitzenpersonalie gehe zu Lasten des Unternehmens-Rufes.

Cordes' Vertrag endet im Oktober 2012 und kann nach früheren Angaben frühestens in diesem November erneuert werden. Bereits in den vergangenen Wochen berichteten Medien, dass der Stuhl von Cordes wackele. Laut Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ kann sich Cordes kaum noch Hoffnungen auf eine Vertragsverlängerung machen: Nun soll sich auch Metro-Großaktionär Haniel klar gegen ihn ausgesprochen haben, zitiert das Magazin „Kreise der Aktionärsfamilie“. Man habe Cordes nahegelegt, noch im September eine Entscheidung zu treffen und von sich aus auf den Vorstandsposten zu verzichten.

Ein Sprecher des Unternehmens Haniel wollte den Bericht am Montag nicht kommentieren. Ein Sprecher des Düsseldorfer Konzerns hatte bereits am Sonntag auf dpa-Anfrage gesagt, es werde in der Frage Vertragsverlängerung weiterhin keinen Kommentar geben. Das gelte bis zur Aufsichtsratssitzung im November. Dann werde voraussichtlich eine Entscheidung fallen.

Nach Einschätzung von Benner-Heinacher hat Cordes in seiner bisherigen Amtszeit seit Oktober 2007 nicht alle Erwartungen erfüllt. Der Metro-Chef könne zwar das Spar- und Effizienzsteigerungsprogramm „Shape“ als einen Erfolg vorweisen. Andere Hoffnungen, wie ein Verkauf der Warenhauskette Kaufhof oder ein Börsengang der Elektronikketten Media Markt und Saturn, hätten sich aber nicht erfüllt. Zwar müsse die Finanzmarktkrise berücksichtigt werden. Aber auch andere Faktoren wie der Machtkampf mit den Gründern von Media Markt spielten beim Bild des Düsseldorfer Konzerns eine Rolle. Deshalb lautet das Fazit der Aktionsschützerin: „Cordes hatte bisher kein besonders glückliches Händchen.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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