Rückzug aus Wassergeschäft
RWE spürt Interesse an Thames Water

Spekulationen über ein reges Interesse an der zum Verkauf stehenden Wassersparte haben den Aktienkurs von RWE gestern auf einen Rekordwert getrieben. Der Kurs kletterte gestern um fast 3,3 Prozent auf 65,20 Euro, den bisher höchsten Stand.

HB DÜSSELDORF. Britische Zeitungen hatten am Wochenende unter anderem über ein Interesse des Investors Guy Hands und seines Private-Equity-Unternehmens Terra Firma an der RWE-Tochter Thames Water berichtet. Laut „Sunday Times“ erwägt der Finanzinvestor, ein Gebot über acht Mrd. Pfund (11,7 Mrd. Euro) abzugeben, sei aber noch in einer sehr frühen Phase der Planung. Ein Sprecher von Terra Firma wollte sich dazu gestern nicht äußern. Nach einem Bericht der Zeitung „The Business“ ist auch die australische Macquarie Bank an Thames Water interessiert. In der vergangenen Woche hatte bereits der spanische Baukonzern FCC sein Interesse signalisiert.

RWE hatte im November angekündigt, sich aus dem Wassergeschäft zurückzuziehen und auf Strom und Gas zu konzentrieren. Zum Verkauf stehen der britische Wasserversorger Thames Water und die US-Tochter American Water. RWE hatte Thames Water im Jahr 2000 für 7,1 Mrd. Euro gekauft und 2003 noch einmal 4,5 Mrd. Euro in den Kauf von American Water investiert.

Der Konzern begrüße das Interesse von langfristig orientierten Investoren, sagte ein RWE-Sprecher am Montag, zu den konkreten Hinweisen wollte er sich aber nicht äußern. Dazu sei es noch zu früh. Er betonte zudem, dass sich der Konzern nach wie vor alle Optionen offen halte, so auch einen möglichen Börsengang der Wassersparte. RWE wolle wie geplant zunächst die Veräußerung von American Water auf den Weg bringen und danach erst den Verkauf von Thames Water einleiten. Beide Transaktionen sollen 2007 abgeschlossen werden.

Analysten bezeichneten den Kaufpreis, den Terra Firma angeblich bezahlen will, als hoch. Er liegt um 17 Prozent über den Schätzungen der Investmentbank UBS und um 18 Prozent höher als die Bewertung von Sal. Oppenheim. Mit dem Verkauf der beiden Töchter ist die Investmentbank Goldman Sachs betraut. Informationen zum Verkauf sollen im ersten Quartal an potenzielle Bieter gehen.

Für Finanzinvestoren wäre ein Einstieg durchaus reizvoll. Das Wassergeschäft lockt mit stabilen, kalkulierbaren Erträgen. Angesichts des Transaktionsvolumens halten es Branchenbeobachter aber für wahrscheinlich, dass sich Finanzanleger zu Konsortien zusammenschließen, um das Gebot gemeinsam zu stemmen. Britische Wasserversorger müssten dagegen mit kartellrechtlichen Bedenken rechnen.

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