Runners Point und Golf House könnten bis zu 40 Millionen Euro in die Firmenkasse bringen
Karstadt beginnt Verkauf von Sportgeschäften

Die Unternehmensverkäufe des Essener Karstadt-Quelle-Konzerns kommen nur schleppend voran. Meldungen, nach denen der Heilbronner Sportartikelhändler Intersport mit dem Konzern über den Kauf der Filialketten Runners Point und Golf House verhandele, dementierte Intersport-Vorstand Klaus Jost am Donnerstag im Gespräch mit dem Handelsblatt.

agr/cs DÜSSELDORF. „Wir werden uns die Angebote entspannt anschauen“, sagte er. „Aber in Verhandlungen stehen wir nicht.“ Bei Karstadt-Quelle hieß es dazu, der Verkauf der beiden Ketten trete nun in die heiße Phase. Veräußert werden sollen sie mit Hilfe der Banken ABN Amro und Société Générale. Nach Schätzungen der Hypo-Vereinsbank dürfte der Kaufpreis zwischen 30 und 40 Mill. Euro liegen.

Die rund 120 Runners-Point-Filialen, die zuletzt einen Umsatz von 90,8 Mill. Euro erzielten, bezeichnete Karstadt-Quelle bislang stets als profitabel – ebenso wie die 20 Golf-House-Läden mit ihren 23,5 Mill. Euro Umsatz. Aus Sicht von Intersport-Vorstand Jost sind sie dennoch kein Schnäppchen. „Wer die Läden übernimmt, hat gleichzeitig die Mietverträge am Hals“, sagt er. Zudem könne seine Firma mit dem Namen „Runners Point“ nur wenig anfangen, da man mit „Intersport“ bereits eine starke Marke aufgebaut habe. Dass all dies für Deutschlands größten Sportanbieter nicht unbedingt ein Hinderungsgrund sein muss, zeigte sich vor zwei Jahren: Ende 2002 übernahm Intersport 34 Sport-Voswinkel-Geschäfte von der Douglas Holding.

Ebenfalls noch keine Entscheidung gibt es beim geplanten Verkauf der Logistiksparte, von der sich Karstadt-Quelle ursprünglich schon im November trennen wollte. Deutsche Post-Vorstand und DHL-Europachef Peter Kruse zeigte sich optimistisch, dass es bald zu einer Einigung kommt. Ein Scheitern sei aber noch möglich, sagte Kruse in Düsseldorf. Er bestätigte, dass jedes sechste Paket, das DHL täglich transportiert und verteilt, von Karstadt- Quelle kommt. Dies sei aber durch langfristige Verträge abgesichert und habe nichts mit den Plänen zur Übernahme der Konzernlogistik zu tun.

Wie eine Post-Sprecherin erklärte, habe die Deutsche Post nach wie vor Interesse an der gesamten Logistiksparte von Karstadt-Quelle. Ein Abschluss im ersten Quartal 2005 sei denkbar. Die Übernahmepläne wurden bereits dem Kartellamt zur Prüfung vorgelegt. Die Logistiksparte gilt als eine Perle von Karstadt-Quelle und soll dem Konzern mehrere hundert Millionen Euro in die Kasse bringen.

Eine Trennung gab Karstadt- Quelle dennoch gestern bekannt: Zwei seiner acht Call-Center gehen rückwirkend zum 1. Dezember an den Londoner Dienstleister Shannon International. Die 422 Mitarbeiter an den Standorten in Mainz und Köln würden künftig nicht mehr für den Konzern arbeiten, sagte Firmensprecher Jörg Howe. Ob Karstadt- Quelle aus dem Abgang einen Kaufpreis erzielt habe, verriet er nicht.

Howe bestätigte, dass der Schickedanz-Erbe Ingo Riedel seinen Aufsichtsratsposten zugunsten von Jürgen Than räumen wird. Der ehemalige Chefsyndikus der Dresdner Bank soll bereits bei der kommenden Aufsichtsratssitzung am 22. Dezember 2004 das Amt übernehmen. Riedel werde aber trotzdem seinen Aktienanteil von 2,46 Prozent behalten.

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