Russland-Geschäft stagniert
Henkel bekommt Ukraine-Krise zu spüren

Wegen der Krise in der Ukraine ist Henkel für 2015 wenig optimistisch: Der Waschmittel- und Klebstoffhersteller ist stark in Russland engagiert. Doch für das abgelaufene Jahr winkt Aktionären eine höhere Dividende.
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DüsseldorfDer stark in Russland engagierte Konsumgüterkonzern Henkel erwartet in diesem Jahr wegen des andauernden Ukraine-Konflikts eine wirtschaftliche Stagnation in Osteuropa und damit allenfalls ein geringes Margenplus für sich. „Das wirtschaftliche Umfeld bleibt schwierig und sehr volatil“, erklärte Henkel-Chef Kasper Rorsted am Mittwoch in Düsseldorf.

Neben einem wirtschaftlichen Stillstand in Osteuropa rechne der Konzern auch mit „weiterem Druck auf die russische Wirtschaft und Währung“. Dies könnte Henkel weiter treffen – Russland ist ein wichtiger Markt für den Hersteller von Pritt und Persil. 2014 legte der Dax-Konzern aber trotz der Auswirkungen des Ukraine-Konflikts zu, die Aktionäre sollen daran mit höheren Dividenden beteiligt werden.

Rorsted stellte für 2015 ein organisches Umsatzwachstum - also ohne Währungsschwankungen sowie Zu- und Verkäufe - von drei bis fünf Prozent in Aussicht. Das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie solle um etwa zehn Prozent zulegen, die bereinigte Ebit-Marge „etwa sechzehn Prozent“ betragen. Damit dürfte Henkel hier 2015 nicht viel weiterkommen – denn im Vorjahr lag diese von Analysten viel beachtete Kennzahl bei 15,8 Prozent.

Henkel ist seit 1991 in Russland vertreten, das Land ist für den Düsseldorfer Konzern der weltweit viertgrößte Markt. In Russland beschäftigt Henkel rund 2500 Menschen, in der Ukraine etwa 1000 Mitarbeiter.

Die Henkel-Aktionäre können nach einem Umsatz- und Gewinnplus für das vergangene Jahr mit einer höheren Dividende rechnen. Je Vorzugsaktie sollen sie 1,31 (Vorjahr: 1,22) Euro erhalten, je Stammaktie sind es 1,29 (1,20) Euro. Im vierten Quartal hatte Henkel den Umsatz deutlich um 7,1 Prozent auf 4,126 Milliarden Euro gesteigert.

Der bereinigte operative Gewinn (Ebit) legte auf 602 (Vorjahr: 584) Millionen Euro zu, der Gewinn nach Anteilen Dritter sank indes anders als von Analysten erwartet deutlich auf 298 (320) Millionen Euro. Kosten für eine Kartellstrafe in Frankreich und Restrukturierungen schlugen hier zu Buche. Analysten hatten mit einem Umsatz von 4,02 Milliarden Euro und einem bereinigten Ebit von 599 Millionen Euro gerechnet, den Überschuss sahen sie bei 402 Millionen Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Russland-Geschäft stagniert: Henkel bekommt Ukraine-Krise zu spüren"

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  • Na, ist es uns mal wieder auf die Füße gefallen?
    Kommt davon, wenn man dem Hegemon blind folgt!

  • >> Russland-Geschäft stagniert >>

    So will es das Primat der Politik. Die Wirtschaft ist diesem Primat bedingungslos gefolgt. Also stagnieren die Geschäfte. Arbeitsplätze fallen weg und die Umsätze brechen ein.

    Ergebnis der Sanktionen.....gegen sich selbst !

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