Ryanair Billigflieger in der Ölpreis-Falle

Ryanair-Chef Michael O’Leary spuckt gerne große Töne, jüngst sagte er Konkurrent Lufthansa den Kampf an. Die Zahlen heute zeigen: Er kann es sich leisten. Doch auch der Billigflieger lebt gefährlich.
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Starkes Quartal bei Ryanair - nur ein kurzfristiger Erfolg?

Starkes Quartal bei Ryanair - nur ein kurzfristiger Erfolg?

DüsseldorfAuch kurz vor dem 30. Geburtstag von Ryanair im Mai ist Michael O’Leary immer noch omnipräsent. Und das, obwohl der umtriebige Airline-Chef vor gar nicht allzu langer Zeit angekündigt hatte, nicht mehr alles allein machen zu wollen – und verbal abzurüsten. Das daraus nichts geworden ist, wurde unlängst beim Interview mit dem Handelsblatt klar, dort schoss der Ire gewohnt angriffslustig gegen die Lufthansa.

An diesem Montag bleibt festzuhalten: O’Leary kann es sich leisten. Ryanair hat mit der Veröffentlichung der Zahlen für das dritte Quartal die Gewinnprognose angehoben – zum vierten Mal im laufenden Geschäftsjahr (bis Ende März). Die Fluggesellschaft will nun einen Überschuss von 840 bis 850 Millionen Euro erwirtschaften, ursprünglich war der Billigflieger von rund 250 Millionen weniger ausgegangen.

Auch die Zahlen für die Monate Oktober bis Dezember hielten für Anleger und Investoren viel Positives parat. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 49 Millionen Euro, nach einem Verlust im Vorjahresquartal von 35 Millionen. Außerdem fliegt Ryanair der Konkurrenz beim Passagierwachstum davon: 20,8 Millionen Menschen beförderten die Iren, ein Plus von 14 Prozent.

Entsprechend gut gerüstet sieht sich die Airline für ihr Jubiläumsjahr 2015. Doch auch die Ryanair-Welt ist nicht rosarot. Denn für den Billigflieger-Krösus lauern Gefahren. Mit Zielen über den März hinaus – bis dahin gilt die Gewinnprognose – ist das Unternehmen daher ungewohnt vorsichtig.

Denn Ryanair wächst vor allem dank niedriger Preise. Gerade einmal 40 Euro betrug der Durchschnittspreis für einen Flug – im Vergleich zum Vorjahresquartal waren das lediglich zwei Prozent mehr. Und das, obwohl Ryanair seit dem vergangenen Jahr die Wandlung vom reinen Billigmodell zum Universal-Billigflieger angeht, der Ferienflieger und Geschäftskunden gleichermaßen umwirbt, Sitzplatzreservierungen eingeführt hat und zentralere Flughäfen anfliegt.

Das alles kostet, doch die Airline spürt davon momentan noch nichts – und hat das zu einem Großteil Saudi-Arabien zu verdanken. Denn das Opec-Mitglied hält die Ölförderung konstant hoch und drückt damit seit Monaten den Ölpreis immer weiter in den Keller. Was anderen Ölstaaten schadet, freut die Airlines, die ihre Maschinen billiger betanken.

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