RyanAir-Chef O´Leary warnt vor Brexit „Dann bricht hier die Hölle los“

Ryanair-Chef Michael O´Leary schimpft über die britische Regierung und warnt vor den Folgen des Brexit: Die Briten sollten sich darauf einstellen, dass sie ihren Urlaub in Schottland oder Irland verbringen müssen. 
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Er posiert gern – doch beim Thema Brexit ist der Ryanair-Chef nicht zu Späßen aufgelegt. Quelle: Reuters
Michael O'Leary

Er posiert gern – doch beim Thema Brexit ist der Ryanair-Chef nicht zu Späßen aufgelegt.

(Foto: Reuters)

LondonRyanair-Chef Michael O´Leary ist bekannt für seine offenen Worte – und so redet er auch an diesem herbstlich anmutenden Sommertag in London nicht lange um den heißen Brei herum. Auf der Insel würden die Folgen eines harten Brexit unterschätzt, wettert er am Mittwoch vor Journalisten. Alles, was er derzeit von Seiten der britischen Regierung höre sei `wir sind optimistisch, dass es einen Deal geben wird, es wird schon nicht soweit kommen´. Das sei zwar schön und gut, „aber ich teile diesen Optimismus nicht“, kritisierte der Ire. Ende März 2019 werde „ein Fallbeil hinunterfallen“ und die Insel vom Kontinent abschneiden.

Mit dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) am 31. März 2019 fallen die britischen Fluggesellschaften aus dem „Open Skies“ Abkommen. Somit verlieren die Fluggesellschaften das Recht, von der EU aus nach Großbritannien zu fliegen, zudem haben britische Airlines keine Erlaubnis mehr, Flüge innerhalb der EU anzubieten.

Anders als für anderen Branchen gibt es auch keine Vereinbarungen von der Welthandelsorganisation WTO, die dann greifen könnten. Es müssen neue Vereinbarungen ausgehandelt werden – und das kann dauern. Seit Monaten weisen die Airlines auf diese Folge des Brexit hin – doch bislang ohne Erfolg: Es ist keine Vereinbarung in Sicht, mit der dieser Fall nicht eintritt.

„Die Deutschen werden nackt über Scherben robben“
Ryanair
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„Die Vorstandsetage der Lufthansa ist der einzige Ort in Europa, an dem man glaubt, dass Eurowings ein Billigflieger ist.” Über die aus seiner Sicht zu hohen Kosten der Lufthansa-Tochter Eurowings. (2017)

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So sorgte O'Leary 2010 mit der Aussage, Co-Piloten abzuschaffen und diese durch Stewardessen zu ersetzen, für Furore. Dann setzte er noch einen sexistischen Spruch oben drauf: „Ich fände es gut, ein paar unserer attraktiven Stewardessen in mein Büro zu holen und auf den Job aktiv vorzubereiten.“

GrillMOL
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„Wir fliegen mit Bullshit.“ Im Twitter-Chat über die mutmaßlichen Kerosinprobleme von Ryanair-Flugzeugen (2013).

Ryanair group ceo Michael O'Leary
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„Geh zurück an die Arbeit Du Faulpelz oder Du wirst gefeuert!“ O'Leary im selben Twitter-Chat zu einem Ryanair-Mitarbeiter. Dieser hatte sich gefreut, dass sein Chef live twitterte. (2013)

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„Am liebsten sind uns Passagiere, die nur mit Handgepäck reisen. Dazu wollen wir unsere Kunden erziehen.“ Über Kritik an den Gepäck-Gebühren (2009).

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„Nicht wenn sie sich gut festhalten.“ Zum Thema Stehplätze und ob Passagiere, die nicht angeschnallt sind, gefährdet sind (2010).

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„Wir wollen die Passagiere dazu ermuntern, vorher oder hinterher am Flughafen auf die Toilette zu gehen. Das verhindert an Bord lange Schlangen vor den WC-Türen und das ständige Aufstehen und Hinsetzen in der Kabine.“ Über die Idee, für die Toiletten-Nutzung an Bord Geld zu verlangen (2009).

Easyjet wäre Experten zufolge von einer solchen Brexit-Blockade besonders betroffen.  Firmenchefin Carolyn McCall hat deswegen Maßnahmen ergriffen: Easyjet hat eine Tochter in Wien gegründet und diese mit einer europäischen Fluglizenz ausgestattet, so dass Easyjet auch auf dem Kontinent Flüge anbieten kann. Allerdings hilft das nicht für den Wegfall der Verbindungen zwischen Wien und London.

Ryanair-Chef O´Leary sieht seine in Dublin ansässige Fluggesellschaft in einer besseren Position als die Konkurrenz. „Wir sind eine europäische Fluggesellschaft“, betont er. Sollte es keine Vereinbarung für die Flugrechte geben, will Ryanair die derzeit in Großbritannien positionierten Flugzeuge auf andere europäischen Flugplätzen verteilen und Flüge streichen – und das bereits ab Herbst 2018. Denn auch wenn die Folgen des Brexit erst im Frühjahr in Kraft treten werden: Die Airlines müssen ihre Planungen für den Winter- oder Sommerflugplan bereits zwölf bis 18 Monate vorher machen. Dann müssten die Airlines bereits wissen, womit sie planen müssen.

Der Brexit trifft die Airlines sechs Monate früher als andere Branchen, sagte O´Leary. Im Herbst 2018 „wird hier die Hölle losbrechen“. In Großbritannien würden aber viele die Augen vor den möglichen Folgen verschließen, sagte er, sogar die anderen Fluggesellschaften.

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