Ryanair gegen Spanien

O'Learys einsamer Kampf

Mit Angriff kennt sich Ryanair-Chef O'Leary aus, nun muss er lernen sich zu verteidigen. Nach drei Notlandungen in Spanien wehren sich die Iren gegen Sicherheitsbedenken der Behörden - und bekommen jetzt Rückendeckung.
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Ryanair-Chef Michael O'Leary muss milde werden. Quelle: dpa

Ryanair-Chef Michael O'Leary muss milde werden.

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DüsseldorfDie Abteilung Attacke ist bei der irischen Billigairline Ryanair Chefsache: Mit seinen markigen Sprüchen greift Ryanair-Chef Michael O'Leary regelmäßig Politiker wie Konkurrenten an. Jetzt muss er lernen, sich zu verteidigen. Seit drei Flugzeuge der irischen Billigairline in Spanien notlanden mussten, befindet sich Ryanair im Kreuzfeuer der Kritik. Spanische Medien machten in den letzten Wochen immer wieder neue Sicherheitsprobleme der Airline öffentlich. Unter anderem wurde kritisiert, dass die die Ryanair-Maschinen zu wenig Treibstoff an Bord hätten.

Am Dienstag fragte sogar die Bild-Zeitung: „Kann ich mit Ryanair noch sicher fliegen?“ Unter anderem waren bei einem Flug von Weeze am Niederrhein nach Mallorca drei Passagiere bei Turbulenzen verletzt worden.

Die Iren fühlen sich ungerecht behandelt. In zwei Briefen an die spanische Verkehrsministerin Ana Pastor Julián macht der Ryanair-Chef seinem Ärger Luft. Darin wirft O'Leary den Spaniern vor, eine „inakzeptable Kampagne“  gegen Ryanair zu führen. Die Airline sei eine der sichersten Europas und halte sich an die gesetzlichen Vorgaben.

Führende Beamte des Ministeriums und der Flugsicherheitsbehörde AESA hätten Informationen über Ryanair gefälscht und den Medien zugespielt. Spanische Zeitungen hatten unter Berufung auf die spanischen Behörden gemeldet, dass es bei Ryanair allein im ersten Halbjahr 2012 genau 1.201 sicherheitsrelevante Vorfälle gegeben hätte. In seinem zweiten Brief vom 17. September verlangt O'Leary, die Vorwürfe zu konkretisieren - und fordert die Entlassung oder Freistellung von Isabel Maestre, der Direktorin der spanischen Flugsicherheitsbehörde AESA.

Für Ryanair ist die Sicherheitsdiskussion pikant, denn in keinem europäischen Land fliegt die Airline mehr Ziele an. Mit 30 Millionen Passagieren im Jahr 2011 ist Ryanair die größte Airline in Spanien.

Trotzdem stößt O'Leary mit seiner Kritik bisher auf taube Ohren. Eine offizielle Reaktion des Ministeriums gibt es bisher noch nicht. Hinter den Kulissen hatten einige spanische Beamte sogar gefordert, Ryanair die Lizenz zu entziehen - und dafür Kritik der Europäischen Kommission einstecken müssen. Fluglizenzen können nur von dem Land entzogen werden, das die Lizenz erteilt hat.

Doch es gibt auch erste Anzeichen der Entspannung: Nach Beschwerden der Spanier habe die irische und spanische Flugsicherheit vereinbart, neue Vorfälle vom 16. September am Flughafen Madrid gemeinsam zu untersuchen. Zudem sollen die Spanier künftig detailliertere Einblicke in den Flugbetrieb von Ryanair bekommen. Selbst Ryanair-Chef O'Leary gab sich zuletzt versöhnlich und begrüßte eine genauere Untersuchung der Vorfälle. Rückendeckung bekommt er von den irischen Flugsicherheit IAA: die größte Airline des Landes sei, was die Sicherheitsvorgaben betrifft, auf einer Stufe mit den sichersten Airlines Europas.

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10 Kommentare zu "Ryanair gegen Spanien: O'Learys einsamer Kampf"

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  • Ryanair hat ein klares Geschäftsmodell. Man kann es mögen oder auch nicht. Gezwungen wird jedenfalls niemand, mit Ryanair zu fliegen.

    Es stimmt wohl eher, dass die Spanier hier mit üblen Tricks versuchen, einen Konkurrenten ihrer maroden Fluglinien auszuschalten. Und das auch noch unter Androhung des Bruchs des EU-Rechts!! Wenn sie Bedenken haben, müssen sie diese nach Brüssel melden, wo sie dann natürlich nicht von Spaniern geprüft würden.

  • Das ist wie mit den Billiglebensmittel. Hier leiden Geschmack und Gesundheit, dort Komfort und Sicherheit. Wer nur für Hundefutter bezahlt ....

  • Dicht machen - Fluglizenz entziehen bis alle Pannen aufgeklärt und die Sicherheitsstandards wieder uneingeschränkt eingehalten und überprüft sind - das ist die einzige Sprache, die solche Raffkes wie O'Leary verstehen! Denn wenn die ganze Flotte am Boden bleibt - was glauben Sie wie schnell der geschmeidig wird und die Sicherheitsstandards für die Zukunft einhalten wird - sofern er nicht gleich pleitegehen will ! Leider funktioniert es mittlerweile NUR noch so!

  • Ich fliege nie mit Ryanair. Auch mit EasyJet und wie sie alles so heißen. Ich hätte dabei keineswegs Sicherheitsbedenken - was mich vielmehr stört, ist dieses ALDI-Mentalität und auch Anspruch auf billiges Fliegen. Aber mit Billigfliegen für alle wird bald Ende sein - die Ressourcen sind halt begrenzt und teuer - und es ist gut so. Ich bleibe bei den rennomierten Airlines. Zum Glück kann ich mir LH, Emirates & Co. noch leisten.

  • Müssen denn erst die Flieger mit hunderten von Opfern abstürzen, damit etwas passiert ? Ryanair ist so überflüssig, wie ein Kropf es ist.

  • Irgendwie kommt mir das spanisch vor. Gerade Spanien bauscht hier etwas auf, was eigentlich normal bzw. alltäglich ist. Aber die Gründe liegen tiefer. Ryanair hat den spanischen Flugmarkt mit seinen niedrigen Preisen komplett umgekrempelt. Die noch verbliebenen spanischen Airlines nagen am Hungertuch und rutschen täglich an der Pleite vorbei. Wer zahlt schon gerne den 10-fachen Preis für eine Inlandsverbindung? Jetzt versucht die spanische Regierung mit Falschmeldungen, Aufbauschungen,etc. die Fluggäste zu verunsichern. Ich fliege seit Jahren monatlich mit Ryanair und bin sehr zufrieden. Pünktlich, korrekt und zuverlässig. Wer aber gerne das "Gummibrötchen" von Airabzocke braucht, der soll auch mehr bezahlen.....

  • Hahn hat als IATA Code HHN und Frankfurt/Main FRA.

    Was ist daran nicht zu verstehen?Check in macht doch jeder vernünftige online,wenn man dafür einen Mitarbeiter braucht?der Mitarbeiter kostet zum Glück nichts.Essen muss man ja nicht,zum Essen gehe ich ins Restaurant.glaub kaum dass man verhungert auf einem 2h Flug.
    Aber wenn man jegliche Kosten ggü.Swiss,Lufthansa mit ihren inklusiv Preisen vergleicht kann es schon vorkommen dass Billigairlines teilweise teurer sind.

    Nur:Wer Ryanair benutzt,sollte auch nur von A nach B fliegen.weiss doch jeder was ihn erwartet

  • Was ein Schwachsinn von einem der bestimmt nie mit Ryanair geflogen ist. Fliegen sie mal mit American Airlines oder mit dem Businessservice der Lufthansa nach Wien, da tropft der Sprit aus dem Tank. Nichts für ängstliche Mitbürger. Oder noch schlimmer, türkische Airlines - das ist Kamikaze. Ohne Ryanair könnte ich nicht mehr so viel fliegen. 35 Euro hin und zurück nach Venedig -nur Handgepäck - zeigen sie mir wie sie das mit Lufthansa oder einer anderen Airline hinkriegen. Ryanair ist der ALDI der Airlines.

  • Ryanair ist eine tolle Airline. Und o´Leary ein klasse Typ. Ryanair zockt nicht ab, es ist das Prinzip nur für das zu bezahlen was man in Anspruch nimmt. Der Mann hat Ideen und übergeht Denkverbote. Nur solche Menschen bringen uns alle vorran. Wenn man hinschaut was man bucht, weiß man im übrigen auch wo man landet.

  • Ryanair trickst doch wo es nur geht. Unkundige Passagiere werden "verschaukelt", wenn es um die angeflogenen Flughäfen geht. So versteht Ryanair z.B. den Flughafen Hahn als Frankfur am Main, obwohl dieser ca. 2 Stunden Busfahrt von diesem entfernt liegt. Ryanair zockt dann Gebühren für Check-In, Flughafen-Transfer, Essen, etc. pp bei den Passagieren ab. Unter dem Strich ist Ryanair, wenn man alle Gebühren und die verlorene Zeit und den Ärger zusammenzählt deutlich teurer als jede renommierte Airline, wie z.B. die Lufthansa.

    Wer trotzdem mit Ryanair fliegt, sollte sich auch nicht wundern, wenn an der Sicherheit gespart wird.

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