Ryanair Im Bett mit Michael O‘Leary

„Amazon der Lüfte“ werden – das ist das erklärte Ziel. Aus diesem Grund greift der irische Billigflieger Ryanair jetzt die Reisekonzerne an: Ab sofort können zu Flügen auch Hotelübernachtungen gebucht werden.
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Ryanair-Chef Michael O'Leary will jetzt Hotel-Buchungsportale überflüssig machen. Quelle: Reuters
Nächster Coup

Ryanair-Chef Michael O'Leary will jetzt Hotel-Buchungsportale überflüssig machen.

(Foto: Reuters)

LondonBei Minusgraden in kurzen Hotpants für ein Foto posieren ist nicht einfach. Aber zwei Models haben das geschafft: Leichtbekleidet, bewaffnet mit Papp-Sonne und Werbeschild machten sie am Donnerstag am Londoner Themse-Ufer Werbung für ein neues Angebot der irischen Airline Ryanair.

Ab sofort kann man ein Hotel über den irischen Billigflieger buchen. Flug, Übernachtung und Transfer, „alles zu den günstigsten Preisen“, verspricht Marketingchef Kenny Jacobs, der zusammen mit den beiden Models auf einem riesigen Klappstuhl sitzt.

„Die Deutschen werden nackt über Scherben robben“
Ryanair
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„Die Vorstandsetage der Lufthansa ist der einzige Ort in Europa, an dem man glaubt, dass Eurowings ein Billigflieger ist.” Über die aus seiner Sicht zu hohen Kosten der Lufthansa-Tochter Eurowings. (2017)

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So sorgte O'Leary 2010 mit der Aussage, Co-Piloten abzuschaffen und diese durch Stewardessen zu ersetzen, für Furore. Dann setzte er noch einen sexistischen Spruch oben drauf: „Ich fände es gut, ein paar unserer attraktiven Stewardessen in mein Büro zu holen und auf den Job aktiv vorzubereiten.“

GrillMOL
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„Wir fliegen mit Bullshit.“ Im Twitter-Chat über die mutmaßlichen Kerosinprobleme von Ryanair-Flugzeugen (2013).

Ryanair group ceo Michael O'Leary
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„Geh zurück an die Arbeit Du Faulpelz oder Du wirst gefeuert!“ O'Leary im selben Twitter-Chat zu einem Ryanair-Mitarbeiter. Dieser hatte sich gefreut, dass sein Chef live twitterte. (2013)

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„Am liebsten sind uns Passagiere, die nur mit Handgepäck reisen. Dazu wollen wir unsere Kunden erziehen.“ Über Kritik an den Gepäck-Gebühren (2009).

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„Nicht wenn sie sich gut festhalten.“ Zum Thema Stehplätze und ob Passagiere, die nicht angeschnallt sind, gefährdet sind (2010).

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„Wir wollen die Passagiere dazu ermuntern, vorher oder hinterher am Flughafen auf die Toilette zu gehen. Das verhindert an Bord lange Schlangen vor den WC-Türen und das ständige Aufstehen und Hinsetzen in der Kabine.“ Über die Idee, für die Toiletten-Nutzung an Bord Geld zu verlangen (2009).

Es ist ein klarer Angriff auf die großen Reisekonzerne wie Tui und Thomas Cook. „Die Verbraucher haben seit Jahren zu viel für Pauschalreisen gezahlt“, sagt er, „immer mehr wollen sich ihr Reisepaket selbst zusammenstellen.“ Es sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg, zu einem „Amazon der Lüfte“ zu werden.

Dieses Ziel hatte Firmenchef Michael O'Leary letztes Jahr ausgegeben. Die Firmenwebsite solle „digitale Plattform für Reiseangebote“ werden, und nicht mehr nur Flüge, sondern eben auch weitere Angebote enthalten. Er wolle Buchungsportale wie Tripadvisor überflüssig machen, hatte O'Leary angekündigt. Angesichts der Erfolge auf dem Markt für Billigflieger hat er neue Ziele im Visier.

Im Dezember wurden die Motive für die neue Werbeaktion in London aufgenommen. Quelle: Ryanair PR
Werbeaktion bei Minusgraden

Im Dezember wurden die Motive für die neue Werbeaktion in London aufgenommen.

(Foto: Ryanair PR)

Längst setzt Ryanair nicht mehr nur auf sparsame Urlauber, sondern zunehmend auch auf Geschäftskunden und Familien als Kunden – mit Erfolg. Zuletzt hatte Ryanair einen Quartalsüberschuss von 912 Millionen Euro erzielt, acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Der aktuelle Vorstoß lässt die Aktionäre aber kalt. Am Donnerstag lag die in Dublin notierte Aktie minimal in der Gewinnzone.

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1 Kommentar zu "Ryanair: Im Bett mit Michael O‘Leary"

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
    Danke

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