Ryanair ist vielen Flughafenbetreibern zu preisaggressiv
Flughäfen richten sich auf anhaltenden Billig-Boom ein

Köln/Bonn will auch in den kommenden Jahren weiter zulegen. Doch die Betreiber fürchten zunehmenden Druck auf ihre Gebühren.

KÖLN. Es ist nicht lange her, da flog vom Airport Köln/Bonn nicht mal mehr ein 50-Sitzer täglich nach Rom. Lufthansa City Line stellte die Strecke im Herbst 2000 ein. Drei Jahre später ist der Flug in die ewige Stadt ein Renner: Zurzeit werden täglich 600 Flugsitze angeboten – und die Jets der Ende 2002 gestarteten Billigflieger Germanwings und Hapag-Lloyd Express sind gut gefüllt. Dass die Neulinge bei Einstiegspreisen ab 19 Euro noch im roten Bereich fliegen, stört in Köln/Bonn niemanden – am wenigsten die Kundschaft.

Auch der Flughafenbetreiber jubelt, denn die Angebote der Billigflieger haben den früheren Regierungs-Airport aus einer schweren Finanzkrise geführt. Die Passagierzahlen wachsen gegenüber dem Vorjahr um mehr als 50 %, während die benachbarten Großflughäfen Düsseldorf und Frankfurt leicht im Minus liegen: „Bei einigen Flughäfen ohne Billigflugsegment ergaben sich Rückgänge im Verkehrsaufkommen“, heißt es in der jüngsten Mitteilung der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV).

Die Neuordnung in der Luftfahrtindustrie, die durch das schnelle Wachstum der Billigflieger vorangetrieben wird, macht vielen Flughafenbetreibern Probleme: Vor allem mittelgroße Airports ohne Drehscheiben- Funktion stehen vor der Herausforderung, klassische Linien-Carrier und Billig-Airlines an sich zu binden, ohne ihr Gebührenmodell über den Haufen zu werfen.

„Der Erlösdruck im Flugbereich wird weiter zunehmen und letztlich auch die Gebühren der Flughäfen unter Druck bringen“, prophezeit Michael Garvens, Geschäftsführer der Köln Bonn Airport GmbH. Deshalb soll das Geschäft mit Parkhäusern, Shops und Gastronomie deutlich ausgebaut werden – bei steigenden Passagierzahlen kein Problem. Insofern läuft derzeit vieles für Köln/Bonn: Mit seinem Fokus auf Billigflüge hat sich der Flughafen exakt in jene Nische gerettet, die auf absehbare Zeit ordentliches Wachstum verspricht: 8 Mill. Kunden will Garvens dieses Jahr abfertigen, 2004 sollen es bereits 9 Mill. Passagiere werden.

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