Ryanair soll Verbraucher in die Irre führen
Ryanair attackiert Deutsche Wettbewerbszentrale

Mit einer scharfen Attacke gegen die Deutsche Wettbewerbszentrale hat der Billigflieger Ryanair auf das Werbeverbot für seine Flüge von und nach Düsseldorf reagiert. „Die Organisation ist ein Witz. Sie ist die einzige in Europa, die Wettbewerb verhindert statt ihn zu fördern“, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary am Mittwoch in Köln.

HB KÖLN. Er forderte die Wettbewerbszentrale auf, ihre Klagen gegen Ryanair zurückzunehmen. Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs (WBZ) klagt gegen die irische Fluggesellschaft, weil sie in Anzeigen den niederrheinischen Airport Weeze als „Flughafen Düsseldorf (Weeze)“ und „Flughafen Niederrhein (Düsseldorf)“ bezeichnet. Verschiedenen Urteilen des Landgerichts sowie des Oberlandesgerichts Köln zufolge führt Ryanair den Verbraucher damit in die Irre, da Weeze etwa eine Autostunde von Düsseldorf entfernt ist. Die Urteile sind vorläufig wirksam, die Verfahren noch nicht endgültig abgeschlossen.

Der nach eigenen Angaben europaweit führende Billiganbieter fliegt von Weeze aus sechs verschiedene Ziele an. In diesem Jahr rechnet die Fluggesellschaft dort mit 700 000 Passagieren, in ganz Deutschland werde mit mehr als fünf Millionen gerechnet.

O'Leary bezeichnete die Klagen und die Urteile als eine europaweit beispiellose Kampagne gegen Ryanair. Er vermute, dass die Konkurrenten Lufthansa und Air Berlin sowie der Düsseldorfer Flughafen als Mitglieder der Wettbewerbszentrale die Klagen veranlasst haben. „Wir fragen uns, welche Interessen die Organisation eigentlich vertritt, die der eigenen Mitglieder oder die der Verbraucher“, sagte O'Leary. Der stellvertretende WBZ- Hauptgeschäftsführer, Hans-Frieder Schönheit, wies die Anschuldigungen zurück: „Das ist ein sehr durchsichtiger Versuch, uns in die negative Ecke zu stellen.“ Ryanair verstoße gegen die Spielregel, Verbraucher mit Werbung nicht in die Irre zu führen.

Ryanair kündigte an, Mitglied der Wettbewerbszentrale werden zu wollen. Ferner habe sich die Fluggesellschaft in einem siebenseitigen Brief bei Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) über das Vorgehen der Organisation beschwert.

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