Ryanair und der Ölpreis
Preise im Keller, Maschinen voll – Billigflieger boomt

Der Ölpreisrutsch macht Ryanair die Kassen voll: Die Billig-Airline verdoppelt ihren Gewinn. Ryanair-Chef Michael O'Leary hebt das Passagierziel an – und verspricht weiter sinkende Ticketpreise.
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DublinEuropas größter Billigflieger Ryanair hat seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal dank niedriger Kerosinpreise mehr als verdoppelt. Im dritten Geschäftsquartal bis Ende Dezember stand unter dem Strich ein Überschuss von 103 Millionen Euro nach 49 Millionen ein Jahr zuvor, wie der Easyjet-Konkurrent aus Irland am Montag in Dublin mitteilte.

Für das Geschäftsjahr bis Ende März rechnet Ryanair-Chef Michael O'Leary nun mit noch mehr Fluggästen als zuletzt – und mit noch stärker fallenden Ticketpreisen. Die Ryanair-Aktien zogen daraufhin an und notierten in Dublin 1,5 Prozent im Plus. In einem Jahr haben die Papiere um 39 Prozent zugelegt.

Im Quartal bis Ende Dezember steigerte Ryanair die Zahl der Fluggäste um ein Fünftel auf 24,9 Millionen. Der Umsatz legte wegen gesunkener Ticketpreise weniger stark zu, nämlich um 17 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Wegen der Anschläge in Paris im November und des scharfen Wettbewerbs hätten die Preise reduziert werden müssen, um die Maschinen zu füllen. Der durchschnittliche Flugpreis sei deswegen um im Schnitt ein Prozent gesunken.

Für die Monate Januar bis März erwartet O'Leary sogar 26 Prozent mehr Passagiere als im Vorjahreszeitraum. Die Ticketpreise dürften dabei um 6 Prozent sinken – anderthalb Mal so stark wie bisher gedacht.

Für das gesamte Geschäftsjahr peilt die Ryanair-Führung jetzt die Marke von 106 Millionen Fluggästen an. Erst im November hatte das Management die Latte von 104 auf 105 Millionen Passagiere angehoben. Der Jahresgewinn soll weiterhin das obere Ende der Spanne von 1,175 bis 1,225 Milliarden Euro erreichen.

Die Iren haben in den vergangenen Jahren ihre Strategie geändert: Die führende Billig-Airline, die seit Jahren mit plakativer Werbung und O'Learys frechen Sprüchen im Angriffsmodus gegen die etablierten Konkurrenten agiert, hatte nach einem ungewohnten Hänger im Jahr 2013 ihr Geschäftsmodell angepasst und eine Neuausrichtung eingeleitet. Ryanair führte eine Art Business Class ein, um sparsame Geschäftskunden zu gewinnen und strich viele der berüchtigten Sondergebühren.

Künftig will der Billigflieger deutlich stärker als bisher neben Regionalflughäfen auch sogenannte Primary Airports, große Flughäfen wie Berlin oder Hamburg, anfliegen. Die Airline, die für viele Kunden für „billig und gemein“ stand, will künftig als „billig und liebenswürdig› gelten – ein Konzept, das offensichtlich aufgeht, wie die jüngsten Ziffern nahelegen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ryanair und der Ölpreis: Preise im Keller, Maschinen voll – Billigflieger boomt"

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  • Da Ihr Artikel „Wie Aldi einen Kontinent umkrempelt“ leider nicht kommentiert werden kann und es in beiden Fällen um mehr (m.E. Aldi) oder weniger (m.E. Ryanair) nachhaltige Unternehmensstrategien geht, poste ich meinen Kommentar zum ALDI-Artikel mal hier:

    Das Konzept („gute Ware billig anzubieten“) ist halt gut, und die Leute sind ja nicht blöd (gilt übrigens weltweit).

    Jetzt müssten bei der Definition von „preiswert“ eigentlich nur noch gewisse ethische Aspekte weitaus stärker als bisher in den Fokus rücken (was genau hier im allgemeinen Verständnis unter „ethisch“ zu verstehen ist, braucht jetzt nicht zum x-ten mal lang und breit erklärt zu werden, oder?).

    Aber zum Glück geht der Trend ja ohnehin in diese Richtung (Qualität, die ihren Preis "wert“ ist - und zwar in JEDER Hinsicht).

  • Stimmt genau

    Keine Airline ist so pünktlich, schnell und sicher, wie Ryan Air. Weder Abstürze, noch bedrohliche Situationen hat es je gegeben, aber dafür erreichen 90% der Flüge ihr Ziel -- Pünktlich--

    Naja, wer lieber interessant und riskant haben will, der sollte zu anderen Airlines gehen.

  • An der Sicherheit wird so lange gespart bis der erste Flieger abstürzt. Ich werde nicht mit Ryanair fliegen.

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