Ryanair

Verbockte Urlaubsplanung führt zu Flugausfällen

Am Sonntag hat Ryanair 82 Flüge ausfallen lassen und bleibt dabei, auch in den nächsten sechs Wochen zahlreiche Verbindungen zu streichen. Die Fluggesellschaft hat die Ausfälle selbst zu verantworten.
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Bis November fallen täglich 40 bis 50 Flüge aus. Quelle: dpa
Ryanair-Maschine

Bis November fallen täglich 40 bis 50 Flüge aus.

(Foto: dpa)

DublinDer Billigflieger Ryanair wird in den kommenden Wochen jeden Tag 40 bis 50 Flüge ausfallen lassen. Zum Auftakt der Streichungen am Wochenende waren es jedoch sogar noch mehr. Am Sonntag konnten 82 Strecken nicht bedient werden. Die Schuld dafür sieht das Unternehmen bei sich. „Wir haben die Urlaubsplanung für die Piloten verbockt und arbeiten hart daran, dass zu reparieren“, so Kenny Jacobs, Marketingvorstand der Airline.

Ryanair bietet betroffenen Kunden die Erstattung der Flugtickets an oder die Umbuchungen auf andere Flüge. Die gestrichenen zwei Prozent aller Flüge hätten keinen Einfluss auf die erwarteten Gewinne im September oder Oktober – obwohl bis zu 385.000 Fluggäste betroffen sein könnten, wie eine Bloomberg-Analyse auf der Basis von Passagierstatistiken des Unternehmens ergeben hat.

Diese Billigflieger erobern Europa
Platz 15: Volotea
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Der Markt für Billigflieger wächst – in Deutschland wie auch in Europa. Zudem sind die Airlines auf Konsolidierungskurs, kleine Linien verschwinden zunehmend, die Branchengrößen wachsen teils deutlich.. Auf Platz 15 der größten Low-Cost-Fluggesellschaften liegt Volotea. Im Januar 2017 verzeichneten die Spanier 228 Starts, auf 82 Strecken verfügten sie über 28.474 Sitze.

Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt; Ranking auf Grundlage der Starts im Januar 2017

Platz 14: Jet2.com
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Eine Billig-Fluggesellschaft mit Tradition: Die Briten mit Sitz in Leeds gingen 2002 aus der 1978 gegründeten Channel Express hervor. 2014 wurde das Portfolio um Langstreckenflüge nach Nordamerika erweitert. Im Januar flog Jet2.com 142 Strecken an, bei 57.198 Sitzen und 330 Starts.

Platz 13: Pobeda
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Der Billigflieger, eine hundertprozentige Tochter der größten russischen Airline Aeroflot, nahm erst im Dezember 2014 seinen Dienst auf. Seit 2016 werden in Deutschland Köln/Bonn und Memmingen angeflogen. Pobeda bedeutet auf Deutsch schlicht „Sieg“ – von diesem ist die Airline im Ranking aber ein gutes Stück entfernt. Im Januar 2017 startete Pobeda 370 Mal, auf 61 geflogenen Strecken boten die Russen 69.930 Plätze an.

Platz 12: Blue Air
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542 Starts, 86.995 Plätze, 131 Strecken: Das sind die Daten des rumänischen Billig- und Charterfliegers Blue Air mit Sitz in Bukarest. Die 2004 gegründete Airline legt besonders großen Stellenwert auf die Inlandsverbindungen, bei ihrer Gründung wurde sie bewusst als Alternative zu den schlechten Straßen- und Eisenbahnverbindungen Rumäniens konzipiert.

Platz 11: Air Baltic
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Air Baltic hat bereits eine bewegte Vergangenheit hinter sich – bei ihrem Start 1995 verfügte die Billigfluggesellschaft über genau eine einzige Maschine, eine Saab 340. Nach einem aufsehenerregenden Kleinkrieg mit der Regierung musste die Airline 2011 schließlich Insolvenz anmelden und wurde verstaatlicht. Im Januar 2017 starteten Air-Baltic-Maschinen 737 Mal, flogen 85 Strecken und boten 67.766 Sitze an.

Platz 10: Transavia
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Als Transavia Limburg, später Transavia Holland 1965 gegründet, sind die Niederländer mit Sitz in Haarlemmermeer heute eine Tochter von Air France. Die Billig-Airline unterhält noch bis Oktober einen Stützpunkt auf dem Flughafen München. Im Januar wurden von Transavia bei 897 Starts mit 161.373 Sitzen insgesamt 211 Strecken geflogen.

Platz 9: Aer Lingus
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Die nationale Fluggesellschaft Irlands wurde 1936 noch als Aer Lingus Teoranta gegründet, seit September 2015 ist sie eine Tochter der International Airlines Group (IAG), eine Holding mit Sitz in Madrid. Im Januar starteten die Iren 1412 Mal, bedienten 138 Strecken und verfügten über 179.881 Sitze.

Ryanair ist von der irischen Luftfahrtbehörde dazu verpflichtet worden, die Freizeitansprüche der Besatzungsmitglieder zum 1. Januar mit dem Kalenderjahr in Einklang zu bringen. Dadurch gibt es weder genug Piloten noch Flugbegleiter, um die gesamte Flotte an Boeing 737 fliegen zu lassen. Erst zum Start des Winterflugplans im November sollten wieder genug Mitarbeiter zur Verfügung stehen.

„Wir haben in den Spitzenreisemonaten Juli und August einen Rekordflugplan abgearbeitet und müssen jetzt die Urlaubsansprüche der Piloten und Besatzungsmitglieder neu ordnen“, hatte ein Sprecher bereits am Freitag mitgeteilt. „Wir entschuldigen uns bei der kleinen Zahl betroffener Kunden, die von diesen Flugstreichungen betroffen sind.“

Durch den Schritt solle auch die Pünktlichkeit der Flüge wieder auf 90 Prozent gebracht werden, da jetzt mehr Flugzeuge bereitstünden, um eventuelle Engpässe auszugleichen. In den ersten Septemberwochen war die Pünktlichkeit unter 80 Prozent gefallen, was das Unternehmen auf schlechtes Wetter und Herausforderungen in der Luftraumkontrolle in Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Spanien zurückgeführt hatte.

Passagiere, die keine E-Mail erhalten hätten, könnten von einem regulären Betrieb ihres Fluges ausgehen. Im August hatte Ryanair seine angebotenen Sitzplätze zu 97 Prozent ausgebucht und 12,7 Millionen Passagiere transportiert.

Die Aktie des Unternehmens hatte am Freitag zwei Prozent auf 17,07 Euro nachgegeben, nachdem der Kurs bereits am Vortag um 3,4 Prozent gefallen war. Grund war ein Urteil des Europäischen Gerichtshof, dass möglicherweise die Arbeitskosten bei Ryanair in die Höhe treiben könnte. Seit Jahresbeginn notiert die Aktie allerdings 18 Prozent im Plus.

  • Bloomberg
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