SAB Miller verkauft an Asahi
Grolsch und Peroni werden japanisch

Der britisch-südafrikanische Bierkonzern SAB Miller muss sich nach der Übernahme durch AB Inbev von Marken trennen. Nun ist ein Käufer für die beiden Premiumbiere Peroni und Grolsch gefunden – in Japan.

LondonDie Flasche schimmert grün, auf dem Etikett prangt in roter Schrift Peroni. Das italienische Bier aus dem Hause des Konzerns SAB Miller kennt in Großbritannien jeder Biertrinker. Denn die italienische Biermarke hat in den letzten Jahren die Insel erobert – und wächst weiter gegen den Trend auf dem schrumpfenden britischen Biermarkt.

Doch nun findet sich schäumende Beziehung zwischen dem britisch-südafrikanischen Konzern und der 1846 gegründeten Marke ein jähes Ende. Die führende japanische Brauerei Asahi will insgesamt vier SAB-Miller-Premiummarken inklusive Peroni und Grolsch übernehmen. Dafür wollten die Japaner umgerechnet gut 2,5 Milliarden Euro ausgeben, wie beide Unternehmen am Mittwoch mitteilten. Zuvor hatte die Wirtschaftszeitung Nikkei über den Kauf berichtet.

Es ist eine Trennung, die nicht ganz freiwillig erfolgt. Mit dem Verkauf der Marken an die Japaner räumt SAB Miller eine Hürde für die Übernahme durch den belgisch-brasilianischen Konkurrenten AB Inbev aus dem Weg. Der weltweit größte Brauereikonzern AB Inbev hatte vergangenen November angekündigt, SAB Miller für die Rekordsumme von 112 Milliarden Euro zu übernehmen.

Durch einen Zusammenschluss würde ein Bierriese entstehen, der rund 30 Prozent des weltweiten Biermarktes beherrscht. Die Kartellwächter wollen den Deal jedoch nur unter Auflagen durchwinken, weshalb die Briten sich nun von Teilen ihrer Marken trennen müssen. So trennte sich SAB Miller bereits auch von seinem Mehrheitsanteil an der US-Brauerei Miller-Coors.

Ein Schicksal, dem Peroni und Grolsch nun folgen sollen. Bereits Anfang Dezember hatte SAB Miller eingeräumt, dass der Konzern in den nächsten Wochen potentielle Käufer für Peroni und Grolsch sowie deren Geschäfte in Italien, den Niederlanden und Großbritannien kontaktieren werde. Gut zwei Monate später sind die Briten offensichtlich fündig geworden.

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