SABMiller will weiter wachsen
Heineken wehrt sich gegen Übernahme

Deutschland ist das Land der Brauereien, doch weltweit spielen sie fast keine Rolle. Das „Big Business“ macht etwa SABMiller. Der Konzern will jetzt den Rivalen Heineken schlucken – die Holländer lehnen dankend ab.
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London/AmsterdamDie weltweit drittgrößte Brauerei, Heineken, hat den größeren Rivalen SABMiller bei einem Übernahmeversuch abblitzen lassen. Heineken teilte am frühen Montagmorgen mit, SAB habe sein Kaufinteresse bekundet. Heineken habe das Angebot nach Rücksprache mit seinem größten Aktionär aber abgelehnt und wolle eigenständig bleiben. Heineken nannte keine weiteren Details. Doch dürfte es um einen Milliarden-Deal gegangen sein: Heineken als weltweitweit drittgrößter Bierbrauer ist an der Börse 34 Milliarden Euro wert, SABMiller knapp 70 Milliarden Euro. Weltmarktführer ist Anheuser-Busch InBev.

Zuerst hatte die Agentur Bloomberg am Sonntag berichtet, SAB habe in den letzten 14 Tage eine Kaufanfrage an Heineken gestellt. Das Vorhaben sei Teil der SAB-Strategie, sich selbst gegen eine mögliche Übernahme durch AB Inbev zu schützen. Der Branchenprimus ist für aggressive Zukäufe bekannt und an den Finanzmärkten gibt es seit Monaten Spekulationen, die Nummer Eins könne die Nummer Zwei, SAB, schlucken.

SAB mit Marken wie Pilsner Urquell und Radegast setzte im vergangenen Jahr mit rund 70.000 Mitarbeitern in 80 Ländern knapp 27 Milliarden Dollar um und erwirtschaftete einen Gewinn (vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, Ebita) von 6,45 Milliarden Dollar.

Heineken hat rund 81.000 Mitarbeiter in etwa 70 Ländern, der Umsatz im vergangenen Jahr betrug 19,2 Milliarden Euro (knapp 25 Milliarden Dollar). Der Gewinn (vor Zinsen und Steuern, Ebit) lag bei 2,7 Milliarden Euro. Zu den bekanntesten Marken gehören Heineken, Foster's und Sagres.

AB Inbev ("Beck's", "Budweiser", "Corona") hat 155.000 Beschäftigte und setzte 2013 rund 43,2 Milliarden Dollar um.

Für die Chefin der deutschen Großbrauerei Warsteiner, Catharina Cramer, hat Heineken übrigens Vorbild-Charakter. Warum, erklärte sie vor wenigen Wochen im Handelsblatt-Interview.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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