Sainsbury
Geist aus der Flasche

Justin King ist nicht zu beneiden. Der dynamische Chef von Sainsbury hat zwar innerhalb von zwei Jahren einen traditionsreichen englischen Händler auf die Erfolgsspur zurückgebracht. Doch seit die Private-Equity-Firma CVC mit einer Kaufofferte für Sainsbury scheiterte, ist nichts mehr, wie es war.

LONDON. Das Image von Sainsbury stimmt wieder, der Umsatz steigt seit neun Quartalen und unterm Strich stehen schwarze Zahlen. Auch die Marktanteile wachsen nach einem langen Verfall wieder und Sainsbury sitzt dem Branchenzweiten Asda, immerhin einer Tochter des weltgrößten Handelsriesen Wal-Mart, im Nacken. Eine stolze Sanierungsstory wollte Sainsbury-Chef Justin King auf der nächsten Bilanzpressekonferenz am 16. Mai vorstellen.

Doch seit die Private-Equity-Firma CVC mit einer Kaufofferte für Sainsbury scheiterte, ist nichts mehr, wie es war. Die Familienaktionäre haben mit ihren Anteilen von rund 18 Prozent dafür gesorgt, dass sich die Finanzinvestoren eine blutige Nase holten. Aber der Geist ist aus der Flasche.

Bevor CVC Interesse am Kauf von Sainsbury bekundete, waren sich die Analysten einig, dass die drittgrößte britische Supermarktkette mit Kursen über 400 Pence je Aktie schon hoch bewertet sei. Viele empfahlen sie deshalb zum Verkauf. Auch Familienaktionäre fanden offenbar, dass die Börse schon weitere Sanierungserfolge vorweggenommen habe, und stießen Aktien ab.

Nachdem nun aber CVC mit einer informellen Offerte von 582 Pence je Aktie scheiterte, weil die Familie unter 600 Pence nicht gesprächsbereit war, schweben Analysten und Fondsmanagern plötzlich ganz andere Zahlen vor. Ohne dass sich operativ viel geändert hätte, hat sich die Aktie oberhalb von 500 Pence eingependelt. Wieder einmal erfährt ein Unternehmen eine geradezu magische Wertvermehrung dank der Analyse eines Private-Equity-Hauses.

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